Prüfungen

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Lernplan

Die Zeit tickt, die Prüfung rückt näher. Der Adrenalinspiegel steigt langsam aber sicher. Nun gilt es cool zu bleiben und das Anstehende Schritt für Schritt zu meistern. Dazu erstellt ihr am besten einen Lernplan. Wir zeigen euch, wie dieser in etwa aussehen könnte.

1. Aufbauphase

Die Aufbauphase bietet Gelegenheit, die Grundlagen des Stoffes aus verschiedenen Quellen zu erarbeiten, Zusammenfassungen zu schreiben sowie die Pflichtlektüre für die Sprachfächer zu lesen.

Die Aufbauphase ist derjenige Zeitabschnitt, in dem es darum geht, Grundlagen zusammenzutragen und diese zu begreifen. Diese Phase dauert bis etwa vier bis sechs Wochen vor der Prüfung. Ihr befindet euch somit mittendrin in dieser Phase!

Am meisten profitiert ihr für das spätere intensive Lernen, wenn ihr in dieser Phase darauf achtet, den Stoff in seinen Grund­zügen zu begreifen. Solltet ihr bei einem Punkt partout nicht weiterkommen, dann legt diese Angelegenheit besser weg und schaut es euch am nächsten Tag wieder an. Falls es auch dann nicht besser gelingt, dann fragt am besten eure Mitschüler oder eure Lehrer. Hakt es nicht ab, bevor ihr es nicht verstanden habt. Nur so habt ihr die Grundlage für das spätere detaillierte Lernen!

Für das Verständnis eines Textes beim Lesen eines Buches ist es von Bedeutung, wie man an die Er­arbeitung des Textes herangeht. Verschafft euch zuerst einen Überblick und überlegt dann, was euch im Text erwarten könnte. Nun beginnt ihr mit dem Lesen. Nach jeder kürzeren Passage, solltet ihr euch überlegen, was ihr gelesen habt. Nach und nach kann man die Passagen verlängern, sodass zwischen zwei bis fünf Seiten gelesen werden können. Bei dieser Art von Lesen und Repetieren solltet ihr gründlich arbeiten und euch Zeit dafür lassen. Zum besseren Verständnis des Textes lohnt es sich zudem, Fragen an den Text zu stellen und wichtige Stellen zu markieren. Am besten ist es, sich auf die wichtigsten Textstellen zu beschränken und vielleicht daneben das eine oder andere Stichwort zu platzieren. Nach dem Lesen inklusive Markieren kontrolliert ihr das Hervorgehobene nochmals auf seine Wichtigkeit. Jetzt könnt ihr den Text zusammenfassen, wenn ihr eine Zusammenfassung benötigt. Allenfalls reichen auch die markierten und mit Stichworten versehenen Stellen, die ihr vor den eigentlichen Prüfungen nochmals rasch durchgehen könnt. Benutzt für die Zusammenfassung eigene Sätze, da man so zunächst verstehen muss, was man aufschreiben will. Um den Überblick über das Thema zu behalten, lohnt es sich Mindmaps zu erstellen. So sind die Zusammenhänge gut sichtbar.

Es wäre empfehlenswert, bis zum Ende der Aufbauphase sämtliche Unter­lagen, Bücher, Texte, Zusammenfassungen, etc. zum jeweiligen Fach beisammen zu haben. So könnt ihr euch in der Vertiefungsphase auf das eigentliche Lernen konzentrieren.

2. Vertiefungsphase

Nach der Aufbauphase verbleiben euch rund vier bis sechs Wochen bis zu den Maturaprüfungen. In dieser Phase, der sehr wichtigen Vertiefungs­phase, beginnt das intensive und detaillierte Lernen der einzelnen Fächer.

Verständnis­lücken solltet ihr spätestens jetzt mit Lehrpersonen oder Mitschülerinnen und Mitschülern klären. Aufgrund der in der Aufbauphase erarbeiteten Grund­lagen ist euch zu diesem Zeitpunkt auch bewusst, wie viel Umfang das Lernen des jeweiligen Stoffes in etwa benötigt. Ihr könnt daher jetzt an die Ausarbeitung eines Stoff­planes gehen. Dabei könnt ihr euch genau aufschreiben, wie viel Zeit ihr für welches Fach aufwenden wollt und müsst. Habt ihr dies beisammen, so könnt ihr einen ganzen Lernplan erstellen. Am besten berücksichtigt ihr dabei folgende Punkte:

  • Für die Berechnung der verbleibenden Zeit fangt ihr am besten am Ende der Lernzeit an und rechnet rückwärts.
  • Plant immer eine Reserve am Ende der Lernzeit ein.
  • Plant genügend Zeit zum Repetieren ein.
  • Macht einen realistischen Plan: Pro Tag lernt man während 5–6 Stunden wirklich effizient!
  • Vergesst nicht, in den Plan einzutragen, wann ihr etwas anderes machen müsst (zum Beispiel, wenn ihr noch Schule habt oder anderweitige Pflichttermine anstehen).
  • Zudem wichtig: Bleibt nicht starr am Plan hängen. Es ist immer möglich, diesen zu optimieren. 
Am besten hängt ihr euren individuellen Lernplan gut sichtbar auf. So habt ihr immer einen guten Überblick sowie eine Kontrolle darüber, ob ihr im Plan seid oder allenfalls zu lange bei einem Thema verweilt. Haltet euch zudem Freiräume offen, und lenkt euch in dieser Zeit beispielsweise mit Sport oder Freunden ab.
Lernphasen und Pausen sollten sich sinnvollerweise abwechseln. Eine Stunde Lernen gestaltet sich dabei am effizientesten wie folgt:

  • kurz vordenken, was gleich gelernt werden soll
  • längere Zeit reines Lernen (ca. 30–40 Minuten)
  • Gelerntes kurz repetieren
  • kurze Pause 
  • den nächsten Stoff in Angriff nehmen
Damit das Lernen nicht zu eintönig wird, solltet ihr nicht einen ganzen Tag lang dasselbe Fach lernen. Bringt Abwechslung rein, indem ihr beispiels­weise am Morgen Mathematik lernt, euch am Nachmittag hingegen mit der Lektüre englischer Literatur befasst. Lernt aber besser nicht Sprachen durcheinander, da dies zu Verwirrung führen kann.

Schliesslich soll euch auch bewusst sein, dass zu langes Lernen ohne Pausen wenig Sinn macht. Ihr müsst das Gelernte ja auch irgendwie verarbeiten und abspeichern können. Pausen sind somit ein Teil der ­Arbeitszeit. Es gibt verschiedene Arten von Pausen:

  • Verständnispause: 1–5 Minuten Pause um das Gelesene abzuspeichern und sich über Zusammenhänge klar zu werden.
  • Zwischenpause: 15–20 Minuten Pause nach circa einer bis anderthalb Stunden intensivem Lernen. Zur Entspannung können beispielsweise ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder einige Gymnastik- und Dehnübungen gemacht werden.
  • Erholungspause: Mindestens eine Stunde Pause nach drei bis maximal vier Stunden Lernzeit. In dieser Zeit könnt ihr zum Beispiel Mittagessen oder Joggen gehen.
Setzt euch für die Pausen eine zeitliche Grenze, sodass ihr euch danach wieder ans Lernen machen könnt.

3. Prüfungsphase

Nicht sinnvoll ist es, in der Prüfungsphase neuen Stoff zu lernen. Besser ist es, das bisher Gelernte aufzufrischen und zu repetieren. 
 
In dieser Phase kurz vor und während der Prüfungen gilt es Ruhe zu bewahren! Auch wenn man nun sieht, dass man vielleicht nicht mehr alles lernen kann, was man ursprünglich wollte oder wenn bereits eine Prüfung nicht so gut gelaufen ist, nützt es nichts, wenn man jetzt nervös wird und panisch bis in die Nacht hinein lernt. Wichtiger ist es, ausgeruht an die Prüfung zu gehen! Es ist normal, dass man nicht alles weiss. Habt also Mut zur Lücke!

Die während der Aufbauphase geschriebenen Zusammenfassungen bieten euch eine willkommene Hilfeleistung dafür. Auch alte Prüfungen können helfen, sich intensiv mit dem Stoff auseinanderzusetzen. So ist man schon innert kurzer Zeit wieder mittendrin im Thema.

Vor dem eigentlichen Prüfungstag solltet ihr nicht mehr allzu lange lernen. Am besten ihr hört spätestens um 17 Uhr auf damit. Schliesslich müsst ihr das Gelernte auch noch ein wenig verdauen können. Jetzt könnt ihr etwas unternehmen, was euch entspannt und ablenkt: Spazieren gehen, Sport machen, ein lustiges Buch lesen, musizieren, ein Bad nehmen, etc.

Am Prüfungstag selber ist es enorm wichtig, sich nicht von anderen Prüfungskandidaten nervös machen zu lassen. Achtet insbesondere nicht auf Aussagen über den Lernumfang und Lerninhalt anderer – sie sind oft aus sehr subjektiver Sicht getätigt. Auch sollte man sich nicht beeindrucken lassen vom Fachbegriff-Wissen anderer. Seid euch viel mehr bewusst darüber, wie gut ihr euch in den vergangenen Wochen vorbereitet habt. Am besten zieht ihr euch daher ein bisschen zurück und fangt ­an, euch für die anstehende Prüfung zu sammeln.

4. Erholungsphase

Bereits vor der Prüfung kann man sich für die Zeit danach vorbereiten: Stellt euch einfach vor, was ihr nach dem Prüfungsstress alles unternehmen könnt  und wofür ihr dann Zeit habt.

Ihr könntet beispielsweise Ferien oder einen Sprachaufenthalt für die Zeit danach buchen. Dies soll euch motivieren und euch auch während weniger ergiebiger Stunden in der Prüfungsvorbereitung dazu animieren, nicht aufzugeben und durchzuhalten. Schliesslich soll euch auch immer bewusst sein, dass nach den Prüfungen ein neuer Lebensabschnitt auf euch zukommt. Wofür auch immer ihr euch danach entscheidet, es wird euch neue Möglichkeiten und Chancen bieten und sicherlich eine spannende Sache werden.
Nützliche Links und Apps zum Thema «Lernplan»

www.bachelorprint.ch/pruefungsvorbereitung/lernplan-erstellen/
Hilfe beim Erstellen eines Lernplans fürs Studium – interessant ist der Bereich «Häufig gestellte Fragen».

www.derpauker.at/lernplan/
Einfache, übersichtliche Anleitung – die nicht nur auf Uni-Studierende ausgerichtet ist, wie bei den meisten anderen Webseiten, die Lernpläne anbieten.

www.jugendservice.at/bildung/lernen/lernplan-erstellen/
Ebenfalls sehr einfach und übersichtlich gehaltene Seite rund ums Lernen für Jugendliche.

www.scribbr.de/studium/lernplan-erstellen/
Vier einfache Schritte, um einen guten Lernplan zu erstellen. Auf ein Studium ausgerichtet, aber auch für die Matura geeignet.

karrierebibel.de/lernplan-erstellen/
Fünf Schritte zur Erstellung eines Lernplans – mit PDF- und Word-Vorlagen – und Hilfen zum Lernen allgemein.

Apps zum Thema

Learnstage Planer Free (Android)
Der Learnstage Planer hilft, die Übersicht über anstehende Klausuren und Aufgaben zu bewahren und berechnet den individuellen Aufgabenplan. 

Any.do (Android, iOS)
Klassiker – Kombination aus To-do-Liste, Kalender, Erinnerungen, Listen und Notizen.

StudySmarter (Android, iOS)
Die Plattform StudySmarter hilft u.a. Karteikarten zu erstellen, mit Mindmaps zu arbeiten oder Lernfortschritte zu verfolgen – und du kannst dich mit deinen Kolleginnen und Kollegen vergleichen. 

Lern- und Prüfungstipps

Lernen

  • Verschafft euch immer zuerst einen Gesamt­überblick.

  • Teilt das Lernen in kleine Happen ein.

  • Lernt morgens und nachmittags thematisch unter­schiedliche Fächer, also nicht Englisch und Französisch, sondern Englisch und Mathematik.

  • Erstellt einen Zeitplan. Fangt dabei hinten (also von den Prüfungen bis zur Gegenwart) an, und plant immer genügend Reserven ein!

  • Schreibt Zusammenfassungen. Erstens prägt man sich beim Schreiben schon das Wichtigste ein, und zweitens kann man ­Zusammenfassungen jederzeit zur Hand nehmen.

  • Schlaft genug. Lernen auf Kosten des Schlafes geht kaum über längere Zeit gut. Schlaf ist u. a. fürs Langzeitgedächtnis wichtig.

  • Sucht euch einen geeigneten Lernplatz und richtet diesen ein. Nicht zuviel Ablenkung, nicht liegend, nicht nah am Fernseher. 

  • Setzt euch realistische Ziele und Zeitpläne. 

  • Setzt Schwerpunkte! Lasst Unwichtiges weg.
  • Zu zweit oder in Gruppen lernen macht nur Sinn, wenn man sich über bekannte Materie unterhalten und abfragen kann. Neues erlernt man besser alleine.

  • Erklärt das Gelernte jemandem! Es ist egal, wem.

  • Versetzt euch in die Prüfenden. Insbesondere bei den mündlichen Prüfungen kennt ihr die Lehrerinnen und Lehrer. Was werden sie fragen, was sind ihre Lieblingsthemen?

  • Erstellt selbst Aufgaben und prüft jemanden aus eurem Umfeld.

  • Macht Zwischenpausen – nach 45 Minuten braucht der Kopf eine Pause. Fünf Minuten genügen. Am besten an der frischen Luft.

  • Macht längere Pausen, lenkt euch von Zeit zu Zeit wieder vom Stoff ab. Versucht die Pausen aktiv zu gestalten – z. B. mit Sport. 

  • Legt fixe Zeiten fest, an denen ihr euch mit Kolleginnen und Kollegen trefft, um Fragen zu besprechen und den gelernten Stoff durchzugehen. Dies unterstützt euch dabei, den Lern- und Zeitplan einzuhalten. 

Schriftliche Prüfung

Kurz vor der Prüfung:

  • Beruhigt euch selbst vor der Prüfung. Was ihr wisst, das wisst ihr und den Rest eben nicht. Jetzt könnt ihr nichts mehr ­daran ändern, daher ist es sinnlos, sich Sorgen zu machen. 

  • Versucht ausgeruht an die Prüfung zu gehen.

  • Nehmt etwas zu trinken mit. Auch etwas Kleines, Energiereiches zu essen kann nicht schaden. 

  • Nehmt eine Uhr mit. So könnt ihr euch die Zeit einteilen.

  • Durch Hektik und Verwirrung können wertvolle Punkte verloren gehen.

Während der Prüfung:

  • Brecht nie eine Prüfung ab, gebt nie auf. Vielleicht unterschätzt ihr euch in dieser Stresssituation.

  • Verschafft euch zuerst einen Überblick und lest sämtliche Fragen durch. Ihr seht so, wo euch der Einstieg am leichtesten fällt. Das gibt am Anfang gleich ein sicheres Gefühl, und ihr könnt euch zudem die Zeit richtig einteilen.

  • Achtet auf die Punkteverteilung. So könnt ihr abschätzen, für welche Aufgaben ihr wie viel Zeit investieren solltet. 

  • Mit Hilfe der Punkte könnt ihr auch abschätzen, wie hoch der Aufwand, um die Frage richtig zu beantworten, in etwa sein muss. Konkret: Eine Frage, die nur einen Punkt gibt, kann kaum den doppelt so langen Lösungsweg erfordern, wie eine Frage, die fünf Punkte gibt. 

  • Genaues Durchlesen der Fragen ist unbedingt zu empfehlen. Denkt nach dem Durch­lesen zuerst nach, ordnet eure Gedanken zum Beispiel mit Hilfe von Mindmaps und beginnt dann erst zu schreiben.

  • Arbeitet von Anfang an präzise. Korrekturen nehmen oftmals viel Zeit in Anspruch. Eine saubere Darstellung des Lösungs­wegs kommt sicher besser an als irgendein Gekritzel.

  • Falls euch eine Wortform oder ein Fachbegriff nicht einfällt, ver­liert damit nicht zu viel Zeit, son­­dern umschreibt den Ausdruck.

  • Falls ihr eine Aufgabe nicht lösen könnt oder euch eine gefundene Lösung nicht richtig erscheint, stellt diese Aufgabe zurück. Löst zuerst anderes und kehrt später zu dieser Aufgabe zurück.

  • Bei vielen Aufgaben kann man durch logisches Denken und kurzes Überschlagen oft leicht herausfinden, ob ein Ergebnis über­haupt Sinn macht oder nicht. 

  • Falls einem ein Fachbegriff nicht einfällt, gilt es diesen zu umschreiben.

  • Bei gewissen Fragen (zum Beispiel Multiple-­Choice) kann es vorkommen, dass die Lösung in einer der nächsten Fragen steckt. Bei Sprachprüfungen ist es manchmal auch so, dass eine Wort-Form, die einem Kopfzerbrechen bereitet, weiter unten in einem Frage­satz oder in einer Aufgabenstellung vorkommt.

  • Falls ihr auf eine Fragestellung  stosst, die euch unvertraut vorkommt, denkt daran, dass ihr die Mittel habt, diese Aufgabe zu lösen, sonst käme sie hier nicht vor. Sucht nach einem anderen Ansatz.

  • Traut euch, wenn etwas unklar erscheint, auch während der Prüfung eine Frage zu stellen. Fragt, ob die Lehrperson kurz zu euch kommen könne, oder zeigt es durch Aufhalten an. Dann bringt das Gespräch nicht die ganze Klasse aus der Ruhe. 

  • Falls ihr bis zum Schluss mit einer Aufgabe nicht klarkommt, schreibt einfach alles hin, was euch dazu einfällt, und versucht, das Ganze ein wenig zu strukturieren. Vielleicht könnt ihr euch so noch ein paar Punkte erkämpfen.

  • Am Schluss solltet ihr, falls noch Zeit bleibt, alles nochmals kurz kontrollieren. Wenn möglich solltet ihr dabei einen anderen Lösungsweg einschlagen, als den zuvor ge­wählten. So vermeidet ihr es, den gleichen Fehler zweimal zu machen. Achtet dabei auf die Aufgaben, die ihr ganz zu Beginn gelöst habt. Ihr wart da nervöser und mehr im Stress als mit zunehmender Prüfungsdauer.

  • Streicht nie etwas durch, was ihr schon geschrieben habt. Nicht nur das Resultat gibt Punkte, sondern auch der Lösungsweg.

  • Ihr könnt damit rechnen, dass ihr nur Aufgaben gestellt bekommt, die zumutbar sind. Bekommt ihr bei einer Prüfung zum Beispiel ein extrem kompliziertes Zwischenresultat, mit dem das Weiterrechnen zur langwierigen Tortur wird, dann könnt ihr davon ausgehen, ­irgendetwas falsch gemacht zu haben. 

  • Bei Aufsätzen und Essays könnt ihr euch zum Schluss, falls ihr noch genug Zeit habt, überlegen, ob ihr die Thematik aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet oder ob ihr vielleicht zu einseitig argumentiert habt.

  • Nutzt die Zeit bis zum Schluss aus.

Mündliche Prüfung

  • Lest unseren Experteninterviews zu diesem Thema.

  • Bei mündlichen Prüfungen ist es noch wichtiger als bei schriftlichen, dass ihr gut ausgeruht erscheint. 

  • Ein gepflegtes Äusseres ist zu empfehlen. Man muss sich aller­dings nicht extra in Schale werfen.

  • Bemüht euch, stets höflich und ruhig zu bleiben.

  • Nehmt euch vor dem Antworten einige Augenblicke Zeit, um nachzudenken und eure Antwort zu strukturieren. Dieses Nachdenken kann auch laut erfolgen.

  • Die Fragestellungen werden offen sein und euch die Gelegenheit bieten, nach eigenem Konzept im Sinne eines Kurz­referates zu antworten. Nehmt das Heft in die Hand. Wartet nicht auf Fragen, sondern legt dar, was euch wichtig scheint. Solange ihr den Kurs bestimmt, kann man euch keine heiklen Fragen stellen. Geht davon aus, dass der Prüfer oder die Prüferin euch schon unterbricht, wenn ihr ins Offside lauft.

  • Keine Panik! Eure Prüferin oder euer Prüfer ist kein Feind. Sie haben euch während Jahren auf die Matura vorbereitet und wollen, dass ihr die Abschlussprüfungen besteht.

  • In vielen Fächern habt ihr vor dem eigentlichen Prüfungsgespräch Zeit, um euch kurz vorzubereiten. Nutzt diese, um euch so viele Gedanken wie möglich zu machen und alles Wichtige in Stichworten aufzuschreiben. Denkt euch ein Konzept aus, wie ihr euer Wissen rüber­bringen könnt. 

  • Öffnet keine Türen, die ihr geschlossen halten wollt. Ihr wisst ja, was ihr wisst und welches Buch ihr vielleicht eher überflogen habt. Daher vermeidet in euren Antworten Details, über die ihr nicht so gut Bescheid wisst und über die nachher eine Folgefrage kommen könnte. Lenkt das Gespräch dorthin, wo ihr es gerne haben möchtet.

  • Baut euch «Brücken». Gebt zu einer Frage eine Antwort und lenkt dann mit einem zusätzlichen Satz das Gespräch in einen Teilbereich, in welchem ihr stark seid. Beispiel: «ANTWORT, wichtig scheint mir in dieser Hinsicht auch folgender Aspekt zu sein …» oder «ANTWORT, auch interessant ist hier, dass …»

  • Sagt alles, was ihr wisst. Versucht aber, nicht unstrukturiert draufloszureden.

  • Ihr solltet nur dort ins Detail gehen, wo ihr euch sicher fühlt. In diesen Bereichen könnt ihr aber ruhig Anstösse geben. Der Prüfer oder die Prüferin merkt so, dass euch ein Thema liegt und wird seine nächsten Fragen danach ausrichten. 

  • Liegt euch die Antwort auf der Zunge oder wisst ihr zumindest, um was es geht, denkt «laut» darüber nach. Die Prüfenden werden euch eventuell sogar helfen, auf die richtige Lösung zu kommen, und ihr könnt zeigen, dass ihr von dem Thema eigentlich sehr wohl eine Ahnung habt.

  • Falls eine Detailfrage kommt, solltet ihr zuerst so allgemein wie möglich im entsprechenden Gebiet antworten und dann langsam auf den Punkt kommen. So könnt ihr zeigen, was ihr draufhabt und lauft nicht Gefahr, durch eine sofort falsch beantwortete Frage eine schlechte Note zu bekommen. Zudem gewinnt ihr Zeit, in der euch weniger Fragen gestellt werden können. 

  • Geht nüchtern an die Prüfungen. Sich noch schnell Mut antrinken oder kurz vorher einen Joint rauchen bringt gar nichts und schadet eurem Denkvermögen. Oberpeinlich wäre es, wenn jemand merken würde, dass ihr euch der Herausforderung nicht in nüchternem Zustand stellen wolltet. 

  • Zur Pflichtlektüre, die in einigen Fächern vorgegeben ist, können wir euch nur raten, unbedingt alles zu lesen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn die Prüfenden merken, dass man keine Ahnung vom betreffenden Text hat. 

  • Bei einem Blackout sollte man möglichst ruhig bleiben und die Prüfenden um eine kurze Pause bitten: «Moment bitte, ich habe gerade den Faden verloren. Würden sie die Frage bitte wiederholen?» Währenddessen tief durchatmen, Augen zur Entspannung schliessen oder sich bei einem Blick aus dem Fenster kurz sammeln. 

  • Bei Sprachfächern könnte es für euch Pluspunkte geben, wenn ihr vor der Prüfung noch einige spezielle Wörter oder Wendungen lernt, die nicht unbedingt zum Matura-­Repertoire gehören, und diese versucht in eine eurer Antworten einzubauen. 

  • Nervosität der Schüler ist für die Prüfenden nichts Ungewöhnliches. Macht euch also nicht zu viele Gedanken darüber, wie es rüberkommt, wenn ihr schwitzt, mal nur stockend sprechen könnt oder zittrige Hände habt.

Zwischen den Prüfungen

  • Hakt die vorherige Prüfung ab. Ihr könnt daran nichts mehr ändern. Konzentriert euch auf die nächste Aufgabe.

  • Gönnt euch die Zeit, nach einer Prüfung auch mal abzuschalten. 

  • Resigniert bei einem schlechten Gefühl nach einer eher nicht optimal gelaufenen Prüfung nicht. Meistens schätzt man die Lage zu pessimistisch ein.

  • Es lohnt sich – sowohl kurzfristig gleich für die nächste Prüfung als auch für Examen in fernerer Zukunft –, dass man mit einem gewissen Zeitabstand die letzte Prüfung rekapituliert und anschaut, was man besser machen könnte. 

Quellen und Links zu diesem Thema:

www.zuercher-nachhilfe.ch/post/pruefung-tipps-und-ticks
Wie löse ich eine Prüfung? 14 Prüfungstipps

www.spcverlag.de/blog/5-zeitlose-pruefungstipps-die-immer-relevant-sind/
5 zeitlose Prüfungstipps, die immer relevant sind

studybees.de/magazin/zehn-tipps-fuer-den-pruefungstag/
10 ultimative Tipps für den Prüfungstag

www.fhnews.ch/artikel/10-tipps-fuer-die-perfekte-pruefungsvorbereitung
10 Tipps für die perfekte Prüfungsvorbereitung

https://www.macfunktion.ch/pruefung/allgemein.shtml
Praktische Tipps für (Mathe-) Prüfungen

Expertinneninterview zum Thema «Mündliche Prüfung»

Yolanda Bysäth

ist Französischlehrerin an der Kantonsschule Baden.


Frau Bysäth, wie wichtig ist der erste Eindruck der Schülerin oder des Schülers bei einer mündlichen Prüfung? 

Der erste Eindruck ist ziemlich wichtig, aber nicht entscheidend. Ein freundliches, selbstsicheres Auftreten der Schülerin oder des Schülers sollte eine höfliche Begrüssung beinhalten, und der Name der Expertin oder des Experten sollte bekannt sein und in meinem Fach auf Französisch richtig ausgesprochen werden.

Gibt es einen «Dresscode»? 
Es gibt nicht wirklich einen Dresscode. Ich empfehle meinen Schülerinnen und Schülern, sich anständig zu kleiden und zu vermeiden, im allzu saloppen Look zu erscheinen. Shorts, Spaghettiträger, Flip-Flops und Sportbekleidung sind zu vermeiden.

Auf was sollte man nebst der angemessenen Kleidung achten?
Es sollte unbedingt daran gedacht werden, dass der Kaugummi vor der Prüfung rausgenommen wird. Gewiss ist es zuträglich, wenn eine positive und wertschätzende Haltung gezeigt wird. Es soll deutlich und in einem anständigen, freundlichen Ton gesprochen werden.

Was sollte man bei der mündlichen Prüfung vermeiden? 
Es sollte vermieden werden, sich desinteressiert zu zeigen. Gleichgültigkeit gegenüber dem Experten oder der Expertin, der Lehrperson oder der Prüfung grundsätzlich sollte nicht erkennbar sein. Ferner sollte vermieden werden, die eigene Unsicherheit erkennbar werden zu lassen – sollte das möglich sein. Es ist wichtig, die Antworten nie mit «Ich weiss nicht, aber…» anzufangen. Selbstsicheres Auftreten ist sehr wichtig. In meinem Fach gilt es zudem unbedingt zu vermeiden, Deutsch zu sprechen.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man eine Antwort nicht weiss? 
Ruhig bleiben und nachfragen, ob man eine Hilfestellung bekommen könnte. 

Wann geben Sie die Bestnote?
Wenn erkennbar ist, dass eine Schülerin oder ein Schüler reichhaltig und adäquat antwortet. In meinem Fach geht es darum, Literatur zu reflektieren und neben dem reinen Verständnis des Textes diesen auf die eigene Realität spiegeln zu können.
Ich gebe auch Bestnoten, wenn der Schülerin oder dem Schüler ein paar wenige Fehler unterlaufen. Es geht um ein literarisches Gespräch und nicht um das Abfragen reinen Wissens.

Was ist Ihr Geheimtipp für eine erfolgreiche mündliche Prüfung?
Bereitet euch zu jeder Lektüre gut vor und legt euch sprachlich anspruchsvolle Sätze zurecht. 

Quelle: Magazin «Primus – Oberstufe Prüfungen», Ausgabe 2020

Expertinneninterview zum Thema «Prüfungsangst»

Wo liegt der Unterschied zwischen «normaler» Nervosität vor einem Examen und einer belastenden Prüfungsangst? Wie kann man mit ersterem besser umgehen und letzteres erfolgreich behandeln? ­Wir wollten es genauer wissen und haben zu diesem Thema eine Expertin befragt. 

Claudia Rehmann

ist eidgenössisch anerkannte Psychotherapeutin und an der Beratungsstelle der Berner Hochschulen in Bern tätig.


Frau Rehmann, ist es schlimm, wenn man vor Prüfungen nervös ist?

Vor einer Prüfung nervös zu sein, ist völlig normal. Ein gewisses Mass an Nervosität ist sogar hilfreich. Sie bewirkt, dass der Körper etwas mehr Adrenalin produziert, was die Konzentrations- und allgemeine Leistungsfähigkeit erhöht.

Wo liegt die Grenze zwischen Nervosität und Prüfungsangst?
Wenn die Nervosität so stark wird, dass sie die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit deutlich verringert. So, dass es nicht mehr möglich ist, sein wahres Können zu zeigen. Die Prüfungsangst zeichnet sich aus durch anhaltende und deutlich spürbare Angst in Prüfungssituationen oder während der Zeit der Prüfungsvorbereitung, die den Bedingungen der Prüfungsvorbereitungen und der Prüfung selbst nicht angemessen ist.

Sie äussert sich auf den Ebenen Verhalten – beispielsweise schlecht schlafen können oder erst spät mit Lernen anfangen, weil man nicht an die Prüfung denken will –, Emotion – starke Unsicherheit und Gereiztheit –, Kognition – Überzeugungen wie «ich werde die Prüfung nicht bestehen» – und Physiologie – Schwitzen, Herzrasen und allgemeine Angespanntheit.

Hatten Sie selbst schon einmal Angst vor einer Prüfung?
Richtige Prüfungsangst hatte ich zum Glück noch nie. Aber ich war schon oft sehr nervös vor einer Prüfung.

Was haben Sie dagegen unternommen? 
Mir hat jeweils geholfen, dass ich genügend gelernt habe und ich versucht habe, den Prüfungsstoff wirklich zu verstehen und nicht nur auswendig zu lernen.

Dann war für mich auch hilfreich, dass ich mir vor der Prüfung gut zugeredet habe. Zum Beispiel «du schaffst das! », «jetzt kannst du zeigen, was du alles gelernt hast».
Oder ich habe den Anspruch an mich runtergeschraubt, indem ich mir gesagt habe, dass es auch in Ordnung wäre, eine schlechte Note zu bekommen.

Wie kommt es zur Prüfungsangst? 
Ein grosser Teil der Prüfungsangst lässt sich auf fehlende oder gering ausgebildete Lernfertigkeiten zurückführen. Die Angst ist somit berechtigt, weil man nicht ausreichend gelernt hat. Vielen hilft es darum, wenn sie sich näher damit befassen wie sie lernen und welche Methoden ihnen helfen, den Prüfungsstoff zu verstehen. Fühlt man sich sicher in einem Thema und hat das Gefühl wirklich zu verstehen, worum es geht, dann verringert dies automatisch einen grossen Teil der Angst vor der Prüfung.

Ein weiterer Grund für Prüfungsangst kann sein, dass man an sich selber sehr hohe Ansprüche stellt und sich damit Druck macht. Zum Beispiel, indem man nur mit einer sehr guten Note zufrieden ist. Auch können mögliche Konsequenzen bei Nichtbestehen einer Prüfung die Ursache für die Ängste sein. Zum Beispiel, dass eine ungenügende Note bedeutet, dass man die Klasse repetieren muss oder die Eltern schlecht darauf reagieren. Auch ein erlebter Prüfungsmisserfolg kann dazu führen, dass man bei einer nächsten Prüfung Angst hat, dass es wieder schlecht ausgehen wird. 

Welche Menschen sind besonders anfällig dafür, bei Prüfungen Angst zu verspüren? 
Eine besondere Anfälligkeit haben Menschen, die etwas mehr Mühe haben an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben, die sich selber gegenüber sehr kritisch sind und hohe Ansprüche an sich stellen.

Was kann man im Vorfeld einer Prüfung tun, um Nervosität oder gar Angst zu begegnen? 
Das Wichtigste ist sicher, dass man genügend und richtig lernt. Damit ist nicht gemeint, sich so viel Zeit wie möglich mit dem Prüfungsstoff zu befassen, sondern mit geeigneten Methoden zu lernen. 
Hilfreich ist auch, wenn man ganz allgemein gut auf sein eigenes Wohlbefinden achtet. Zum Beispiel indem man darauf schaut, dass man genügend schläft, sich gesund ernährt und man einen guten Ausgleich zum Lernen hat – dies kann beispielsweise Sport sein oder das regelmässige Treffen von Freunden.

Sollte die Angst trotzdem hochkommen; wie geht man mit ihr um?  
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie man sich bei hochkommender Angst wieder beruhigen kann. Hierzu gibt es viele Ratgeber-Bücher oder auch Videos auf YouTube. Zudem kann man in einer individuellen Beratung mit einer Fachperson gute Techniken im Umgang mit der Angst lernen. Eine Möglichkeit sich bei akuter Angst wieder ein wenig zu beruhigen ist die 4-6-Atemtechnik. Dabei geht es darum während 4 Sekunden tief einzuatmen und dann während 6 Sekunden langsam durch den Mund auszuatmen. Idealerweise wiederholt man dies sechs bis zwölf mal.

Wann sollte man sich professionelle Hilfe suchen? 
Es kann gut sein, dass jemand nur zu einer gewissen Zeit Prüfungsangst hat und diese dann von selber wieder weggeht. Die Prüfungsangst ernst nehmen und sich Hilfe holen, sollte man spätestens, wenn die Ängste das alltägliche Leben oder den Ausbildungsverlauf deutlich beeinträchtigen. Zum Beispiel, wenn man aufgrund der Ängste immer wieder ungenügende Noten schreibt, obwohl man ausreichend gelernt hat. Oder wenn man sich im Alltag nicht mehr wohlfühlt.

Wo findet man bei pathologischer Prüfungsangst Hilfe? 
Gute Unterstützung findet man auf jeden Fall bei ­einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten. Aber auch andere Beratungspersonen, die an einer Schule oder auf einer Jugendberatungs- oder Lernberatungsstelle arbeiten, können helfen, einen guten Weg im Umgang mit der Prüfungsangst zu finden.  


Quelle: Magazin «Primus – Oberstufe Prüfungen», Ausgabe 2020

Tipps zum Umgang mit Nervosität vor Prüfungen

Kaum jemand geht komplett cool und locker an eine Prüfung. Jede und jeder ist irgendwie angespannt. Angst und Nervosität lassen sich mindern, aber kaum völlig vermeiden. Ist der Leidensdruck zu gross, sollte man einen Experten aufsuchen. Die folgenden Tipps können bei schwächer ausgeprägten Formen von Anspannung und Unwohlsein vor Prüfungen Linderung verschaffen.


Lernen mit anderen
Sich mit anderen absprechen und Lerngruppen bilden kann hilfreich sein, da man so gegenseitig Schwächen erkennen kann, sich Beispiele überlegen kann und damit geklärt werden kann, was überhaupt gelernt werden muss. Zudem kann man so untereinander Unterlagen austauschen.

Essen und Trinken
Unmittelbar vor der Prüfung sollte man auf den übermässigen Genuss von Kaffee, Süssgetränken, Alkohol und Nikotin verzichten. Wichtig ist jedoch vor und während der Prüfung genügend Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüsstem Tee zu sich zu nehmen.

Gute und umfassende Vorbereitung
Eine gute Vorbereitung hilft immer. Setzt euch geistig mit der Prüfung auseinander und nehmt eine realistische Einschätzung der möglichen Ergebnisse der Prüfung vor. Wer weiss, dass er gut gelernt hat, ist bereits einiges entspannter an den Prüfungen.

 
Sport treiben
Sport dient vor allem der Beruhigung und um auf andere Gedanken zu kommen. 
 
Blackout bei der mündlichen Prüfung
Verliert man den Faden können folgende Tipps hilfreich sein: 
  • Bei einer mündlichen Prüfung dem Prüfer direkt sagen: «Ich habe den Faden verloren. Könnten Sie die Frage wieder- holen?» 
  • Tief durchatmen und sich innerlich gut zureden hilft ebenfalls.
  • Man kann den Prüfer auch bitten, zunächst eine andere Frage zu stellen. 
  • Bei einer schriftlichen Prüfung kann es dazu kommen, dass man beim Überfliegen der Fragen den Eindruck erhält, nicht mehr klar denken zu können. In einem solchen Fall sucht man sich die einfachste Frage aus, die man glaubt lösen zu können, und beginnt dort. 
  • Bei schriftlichen Prüfungen kann man bei einem Blackout versuchen, seinen Geist kurz mit etwas völlig anderem zu beschäftigen. Man könnte beispielsweise die Länder aufschreiben, die man schon besucht hat. 
Positive Einstellung
Daran denken, dass im Raum viele weitere Schüler in der gleichen Situation sind. Negativfantasien sollten in Mut machende und Angst reduzierende Gedanken umgewandelt werden. Bei mündlichen Prüfungen kann es einem helfen, wenn man bedenkt, dass auch die Prüfenden nervös sein könnten. Schliesslich ist dies eine wichtige Prüfung, und sie sind dafür verantwortlich, dass alles ordentlich abläuft.
 
Den Prüfungsstoff einem Familienmitglied oder Freund vortragen
Wenn man bereits im Prüfungsvorfeld den Stoff einer Drittperson vorgetragen hat, kann dies Druck von einem nehmen.
 
Entspannt euren Körper
Beide Füsse auf den Boden stellen und einige Male tief durchatmen hilft oftmals, wenn man Mühe hat, ruhig und konzentriert zu arbeiten. Auch das mehrmalige Ballen der Hände zu Fäusten kann helfen, sich zu entspannen. 
 
Optimale Rahmenbedingungen schaffen
Kleidet euch bei Prüfungen so, dass ihr euch wohlfühlt. Dies gilt vor allem auch für mündliche Prüfungen. Auch das Zeitmanagement ist wichtig. Früh genug aufstehen, immer einen Puffer für den Weg zum Prüfungsort einplanen. Aber auch darauf achten, dass man nicht einfach viel zu früh auftaucht und dann nervös stundenlang vor den Prüfungsräumen herumtigert. Allenfalls könnt ihr etwas zur Prüfung mitnehmen, das euch ein gutes Gefühl verleiht: Einen Talisman, ein Foto von einem exotischen Ort, den man nach der Matura besuchen will usw.

Nicht hineinsteigern, keine Panik, stellt euch!
Steigert euch nicht in die Angst hinein! Es gilt, Gedanken wie «Was wird geschehen?» und «Wohin kann das noch führen?» möglichst zu vermeiden. Wie schlimm könnte der «Worst Case» - ein Nichtbestehen – denn schon sein. Ihr hättet eine zweite Chance, und vor euch sind schon andere durchgefallen.
 
Realistische Erwartungen haben
Die Erwartungen an den eigenen Umgang mit Nervosität sollten nicht zu hoch angesetzt werden. Ist man vor Prüfungen üblicherweise nervös, so wird man dies auch beim nächsten Mal wieder sein. Garantiert. Aber man weiss es ja im Voraus. Der Nervosität sollte man also einen Platz einräumen, mehr aber auch nicht.
 
Mut zur Lücke
Habt den «Mut zur Lücke»! Wenn ihr vor der Prüfung nervös seid, weil ihr glaubt, nicht alles Nötige gelernt zu haben, dann macht euch bewusst, dass dies vor grossen Prüfungen praktisch niemand schafft, weil es schlicht nicht möglich ist. Jeder hat irgendwelche Lücken. 
 
Angst ist nichts Gefährliches
Immer daran denken: Angstgefühle und die dabei auftretenden körperlichen Symptome sind zwar unangenehm, aber weder schädlich noch in irgendeiner Weise gefährlich – nichts Schlimmes wird geschehen und die Gefühle werden selbständig abflauen. Wartet ab und gebt der Angst Zeit vorüberzugehen! Man kann auch interessiert beobachten, wie die Angst von selbst wieder abnimmt.
 
Reden hilft
Mit Freunden und Verwandten über die Nervosität zu sprechen, kann hilfreich sein. Man sieht, dass es nicht nur einem selbst so ergeht.
Negative Kollegen sollte man vor Prüfungen meiden. Es gibt immer solche, die gerne schwarzmalen. Ebenfalls aus dem Weg gehen, sollte man vor Prüfungen jenen, die immer viel mehr gelernt haben als nötig und mit zusätzlichem Wissen prahlen und verunsichern. 
 
Nervosität ist normal!
Vergesst nicht: Nervosität ist eine natürlich Reaktion des Körpers, mit der er sich auf eine (vermeintliche) Gefahr einstellt. Schlussendlich eine völlig normale und wichtige Eigenschaft – ihr seid hellwach und voll fokussiert – euer Körper kann so Höchstleistungen erbringen. 
 
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Quellenverzeichnis: 
  • www.psychotipps.com/Pruefungsaengste.html
  • nzz.ch, Wenn Angst vor der Prüfung zu Denkblockaden führt
  • nzz.ch, Erste Hilfe gegen Prüfungsangst
  • spiegel.de, Sieben Tipps gegen Prüfungsangst