Berufeinsteig für Maturand*innen

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Verkürzte Lehre

Nach der Matura kann man eine üblicherweise um ein Jahr verkürzte Berufslehre absolvieren, welche man mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ abschliesst. Eine verkürzte Lehre ist grundsätzlich in jedem Beruf möglich. Man muss aber einen Lehrbetrieb finden, der eine solche anbietet, und es braucht die Bewilligung des Amtes für Berufsbildung des jeweiligen Kantons. Die Lehre ist kürzer als -üblich, weil man den allgemeinbildenden Unter-richt nicht mehr besuchen muss.

Für bestimmte Berufe im Bereich der Technik – aktuell sechs – wird das sogenannte «way-up» Programm speziell für Maturandinnen und Maturanden angeboten. Damit kann innerhalb von nur zwei Jahren ein Berufsabschluss mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ erworben werden. Die zweijährigen praxisorientierten Ausbildungen mit Berufsschulabschluss bestehen aus einer praktischen Grundausbildung sowie Praktika. Diese werden von einem Fachtheorie-unterricht begleitet. Der Lehrgang gilt als ideale Vorbereitung für den Einstieg ins Fachhochschulstudium – ein way-up-Abschluss ersetzt denn auch das nötige Praxis-jahr für Maturandinnen und Maturanden vor einem FH-Studium. Weitere Infos sowie eine Liste der way-up Ausbilungsbetriebe findet ihr unter www.way-up.ch. Der Kanton Zug (andere Kantone am besten googeln – Angebote werden laufend ausgeweitet) bietet mit «way-up plus» diesen Ausbildungsweg noch für weitere Berufe wie zum Beispiel «Zeichner/in Fachrichtung Architektur EFZ» oder «Kaufmann/Kauffrau EFZ» an. 

Sicherheit

Die Polizeikorps in der Schweiz bieten Maturandinnen und Maturanden die Möglichkeit nach dem Abschluss einer Mittelschule unkompliziert in die Berufswelt einzusteigen. Hier gilt das Prinzip der Anstellung vor der Ausbildung. Man bewirbt sich bei einem Polizeikorps und startet nach erfolgreicher Einstellung mit der Ausbildung. Die Voraussetzungen für einen Eintritt in den Polizeiberuf sind je nach Kanton unterschiedlich, man sollte jedoch psychisch und physisch belastbar sowie mindestens 20 Jahre alt sein und über einen einwandfreien Leumund verfügen. Um Polizist mit eidgenössischem Fachausweis zu werden, absolviert man schweizweit einheitlich das erste Jahr der insgesamt zweijährigen Ausbildung in einem der sechs regionalen Ausbidlungszentren (RAZ), welches mit der schweizweit einheitlichen Prüfung Einsatzfähigkeit (PEF) abgeschlossen wird. Das zweite Jahr verbringt man in den jeweiligen Polizeikorps und wendet dort das Gelernte praktisch an. Abgeschlossen wird der Weg zur Polizistin oder zum Polizisten mit der eidgenössischen Berufsprüfung.
Infos dazu finden sich unter www.edupolice.ch, www.vspb.org oder auf den Seiten der Polizeikoprs.

An dieser Stelle hatten wir bisher die Berufe Grenz­wächter/Grenzwächterin und Zollfach­mann/Zollfachfrau der Eidgenössichen Zollverwaltung (EZV) beschrieben. Hier wird es aber demnächst einige grössere Veränderungen bei Ausbildung und Berufsbezeichnungen geben. Die ersten Aspirantinnen und Aspiranten sollen bereits ab Sommer 2021 ausbildet werden. Vieles ist noch offen. Wir zitieren daher direkt von der Website der EZV: «Mit der digitalen Transformation der Eidgenössischen Zollverwaltung zum Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) werden auch die bisherigen Berufe ‹Zollfachmann/frau› und ‹Grenzwächter/innen› zu einem neuen, einheitlichen Beruf vereint. Die Ausbildung zum ‹Fachspezialisten/Fachspezialistin Zoll und Grenz­sicherheit› startet Mitte 2021. Unsere Mit­­
arbeitenden werden für umfassende Kontrollen von Waren, Personen und Transportmitteln ausgebildet und spezialisieren sich darauf in mindestens einem Bereich weiter. Sie werden einheitlich uniformiert und aufgabenbezogen bewaffnet. Durch diese Massnahmen sind die Mitarbeitenden flexibler und wir können unsere Kräfte zielgerichteter und wirkungsvoller einsetzen. Wohin geht die Reise? Momentan werden die Ausbildungsmodule erarbeitet und die neue Laufbahn entwickelt. Wichtige Voraussetzungen, die man mitbringen muss, sind die Bereitschaft fürs Arbeiten im Schichtbetrieb während 7 Tagen/24 Stunden, in Uniform und bewaffnet.»

Im Bereich «Sicherheit» bieten auch private Unternehmen Berufsausbildungen mit der Voraussetzung Matura (oder Lehrabschluss) an. So kann man sich unter anderem zum Fachmann/Fachfrau für Bewachung und Sicherheit mit eidg. Fachausweis (FSB) ausbilden lassen. Auch in den Bereichen «Anlässe» oder «Personenschutz» sind spezialisierte Berufsausbildungen möglich. Allgemeine Informationen zu Ausbildungen im privaten Sicherheitsbereich finden sich auf der Website des Verbandes der Schweizerischen Sicherheitsdienstleistungs-­Unternehmen (VSSU) – www.vssu.org. Für viele Studierende ist ein Teilzeitjob bei einem Sicherheitsunternehmen eine spannende Möglichkeit, um sich das Leben während der Uni-Jahre zu finanzieren.

Experteninterview zum Thema «Sicherheit»


Adjutant Sandro Liaudet

ist Dienstchef Ausbildung der Kantonspolizei Aargau.


Herr Liaudet, warum soll ich mich für einen ­Beruf bei der Polizei entscheiden?

Weil man sich damit für einen der interessantesten und abwechslungsreichsten Berufe entscheidet und dies ein Beruf ist, der eine sehr breite Palette an Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten bietet!

Wie sieht die Ausbildung aus?
Die Polizeiausbildung wurde mit dem Bildungskonzept 2020 (BGK 2020) schweizweit harmonisiert. Seit Herbst 2019 dauert die polizeiliche Grundausbildung in der ganzen Schweiz zwei Jahre. Das erste Jahr an einem der sechs regionalen Ausbildungszentren – RAZ –endet mit der Absolvierung der schweizweit einheitlichen Prüfung der Einsatzfähigkeit. Im zweiten Jahr werden die angehenden Polizistinnen und Polizisten in den jeweiligen Korps vor allem praktisch geschult und schliessen die Ausbildung mit der eidgenössischen Berufsprüfung ab.

Kann man frei wählen, wo man Polizist oder ­Polizistin werden möchte und kann man mit einem Abschluss einer Polizeischule überall in der Schweiz als Polizist arbeiten?
Wer sich für die Polizei interessiert, hat die Möglichkeit sich schweizweit bei der Polizei seiner Wahl zu bewerben. Die Zuteilung auf die regionalen Ausbildungszentren ist dann wie bereits erwähnt abhängig vom Kanton bzw. vom gewählten Polizeikorps. Nach erfolgreichem Abschluss tritt man offiziell in das angestammte Polizeikorps ein. Ein Wechsel des Polizeikorps, wenn auch nicht üblich, ist möglich, findet dann aber wieder auf dem normalen Bewerbungsweg statt. 

Falls man nach der Matura zuerst ein Studium machen möchte – wo und wie könnte man nachher bei der Polizei einsteigen?
Grundsätzlich bietet sich nach der Matura und etwas Arbeitserfahrung immer der ganz normale Weg über die Absolvierung der Polizeischule an. Wir haben in unseren Reihen einige Studienabgänger, die nach ihrem Studium die Polizeischule absolvierten und haben damit auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Logischerweise eignen sich dabei insbesondere Studienabgänger aus den juristischen und kriminologischen Studiengängen. Ein grosser Sektor, der immer mehr ein riesiges Potential an qualifiziertem Fachpersonal fordert, ist der ganze Cyber-Crime Bereich, welcher für uns insbesondere Studienabgänger aus dem IT-Bereich interessant und begehrenswert macht. Quereinsteiger, die keine Polizeischule besuchen müssen, rekrutieren wir an der «Ecole des sciences criminelles» der Uni Lausanne. Diese werden durch die Polizei nur noch ergänzend ausgebildet. 

Wie sehen die Aufstiegs- und Karrieremöglichkeiten bei der Polizei aus?
Die Kantonspolizei Aargau bietet rund 140 verschiedene Stellenprofile an, welche sich in ihrer Prägung und im Arbeits­inhalt teilweise stark unterscheiden. Bei uns durchlaufen die Polizistinnen und Polizisten nach der abgeschlossenen Berufsprüfung eine Grundlaufbahn von fünf Jahren, während der sie ihre Fähigkeiten festigen und auch entsprechend Erfahrung im Beruf sammeln können. In dieser Zeit geht es auch darum, sich im Beruf zu finden und die eigenen Interessen zu erkunden. Danach stehen einem diverse Wege offen! Man hat die Möglichkeit sich in einem Fachbereich zu spezialisieren oder entscheidet sich für eine Kaderlaufbahn. Dazu ist das Bestehen eines internen Assessment nötig. Nach erfolgreichem Durchlaufen der einjährigen Kaderausbildung kann man sich dann in der Fach- oder Linienführung betätigen.


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Quelle: Magazin «Primus – Überleben mit der Matura», Ausgabe 2020

Experteninterview zum Thema «Sicherheit»


Kosmas Mutter

ist Schulleiter und Geschäftsführer der Elite Guard Ausbildungen GmbH und arbeitet in leitender Position in verschiedenen Sicherheits-Fachverbänden.


Herr Mutter, welche Ausbildungen und Diplome sind im privaten Sicherheitsbereich in der Schweiz möglich?

Mittlerweile kann ein eidg. Fachausweis in den Bereichen Bewachung, Personenschutz und Anlässe erworben werden. Auch bieten verschiedene Fachschulen interne Leistungsausweise an. Ein Interessent oder eine Interessentin sollte darauf achten, dass die Schule einerseits eduQua zertifiziert ist und andererseits die jeweiligen Kursangebote in der gesamten Schweiz Gültigkeit besitzen.

Wie sieht es bezüglich Dauer und Kosten zum Erlangen der oben genannten Fachausweise aus?
Will man einen eidg. Fachausweis erreichen, so sollte man mit etwa 7500 Franken für die Ausbildung rechnen. Jedoch werden 50 Prozent der Kurskosten über das «Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation» (SFBI – Anm. d. Red.) zurückerstattet. Auf dem Bildungsmarkt werden Vollzeit- sowie berufsbegleitende Kurse angeboten. Eine seriöse Ausbildung bis hin zu den eidg. Berufsprüfungen, die zum Fachausweis führen, beinhaltet rund 180 Lektionen.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen, um im Sicherheitswesen tätig sein zu können?
Die verschiedenen Dienstleistungen in der Sicher­heitsbranche sind sehr vielseitig. Daher ist ein genaues Profil jeweils individuell zu erstellen. Grundquali­fikationen sind Volljährigkeit, keine Vorstrafen, einwandfreie Ortssprache, Disziplin, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit und Spass an wechselnden Aufgaben, die zum Teil auch nachts durchgeführt werden.

Was empfehlen Sie angehen Studierenden, um beispielweise neben dem Studium im Sicherheitsbereich jobben zu können?
Jungen Leuten empfehle ich den Eintritt in den Sicherheitsmarkt über die «Basisausbildung-Sicherheitsdienst» welche mit 20 Lektionen einen leichten Einstieg in diesen Berufszweig darstellt. Die Basis­ausbildung ist auch die einzige Ausbildung, die in der gesamten Schweiz auf Grund des GAV (Gesamtarbeitsvertrag – Anm. d. Red.) obligatorisch ist.
Der Sicherheitsdienst ist für Studierende sicherlich ein ideales Betätigungsfeld. So arbeitet unser Unternehmen beispielsweise mit einer grossen Zahl von Sicherheitsdiensten und Organisationen zusammen. Diese suchen laufend Personal im Nebenverdienst auf Stundenbasis, da ein Grossteil der Aufträge im Sicherheitswesen oftmals kurzfristig viele Mitarbeiter benötigt. Einem möglichen späteren Einstieg in die Vollzeittätigkeit steht dann nichts mehr im Wege.


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Quelle: Magazin «Primus – Überleben mit der Matura», Ausgabe 2019

Schienenverkehr

Bei der SBB – und bei diversen anderen Bahn--unternehmen – kann man sich mit der Matura als Voraussetzung innert 14 bis 16 Monaten (Personenverkehr) oder innert 14 Monaten (Cargo) zum Lokführer beziehungsweise zur Lokführerin ausbilden lassen oder in acht Monaten Zugverkehrsleiter/Zugverkehrsleiterin werden. Diese Ausbildungs-wege sind Zweitausbildungen. Eine Matura oder eine mindestens dreijährige Lehre sind die Voraussetzung dafür. Für weitere Infos am besten «Zugverkehrsleiter» oder «Lokführer» googeln. Es finden sich zudem gute Infos auf der Webseite des «Verband Schweizer Lokomotivführer und Anwärter» (VSLF) www.vslf.com.

Luftfahrt

Der erste Schritt zum Piloten führt in der Schweiz über «SPHAIR». SPHAIR führt in mehrstufigen Verfahren erste Tests und Ausbildungssequenzen durch. Weitere Infos dazu finden sich unter www.sphair.ch. 

Verschiedene Wege sind zum Traumjob «Berufspilot» möglich. Am schnellsten ist eine Vollzeitausbildung in 18 Monaten. Danach wird man auf einen Flugzeugtypen der arbeitgebenden Airline umgeschult und kann als Copilot oder Copilotin eingesetzt werden. Auch gibt es die Möglichkeit, die Ausbildung in Abschnitten neben beispielsweise einer Berufstätigkeit zu absolvieren. Diese modulare Ausbildung dauert entsprechend länger, ist aber mit weniger finanziellen Risiken verbunden. An der ZHAW in Winterthur ist zudem ein Bachelorstudium in Aviatik möglich, das eine Kombinationsmöglichkeit mit einer Ausbildung zum Linienpiloten oder zur Linienpilotin in sechs Semestern bietet.

Die Ausbildung zum Berufspiloten kostet in allen Ausbildungsvarianten rund 150000 Franken. Einige Airlines bieten eine interne Ausbildung an, die nach einer positiven Selektion teilweise vorfinanziert wird. Zudem besteht die Möglichkeit beim Bundesamt für Zivilluftfahrt Unterstützung zu beantragen. 

Verschiedene Fluggesellschaften – unter anderem in der Schweiz Swiss, Edelweiss und Helvetic – bieten auch die Ausbildung zum Cabin Crew Member an. Diese ist nicht einheitlich reglementiert. Grundsätzlich dauert die Ausbildung aber etwa drei Monate. Im ersten Monat lernt man die notwendigen theoretischen Grundlagen, die restlichen zwei Monate verbringt man dann über den Wolken an Bord von Kurzstreckenflügen. Auch dieser Job ist eine ideale Ergänzung zu einem Studium, lässt er sich doch in relativ freier Teilzeit erledigen und bringt neben dem nötigen Kleingeld für den Alltag auch die Möglichkeit, fremde Städte und Länder kennenzulernen.

Ebenfalls in der Flugbranche tätig ist skyguide. Skyguide sorgt mit rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 14 Standorten für die Flugsicherung in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. Circa 1,2 Millionen zivile und militärische Flugzeuge werden dabei sicher und effizient durch den am dichtesten beflogenen Luftraum Europas geführt. Für Maturandinnen und Maturanden bietet skyguide jährlich mehrere Kurse zum/zur dipl. Flugverkehrsleiter(in) HF an. Auch werden dipl. Flugsicherungsfachfrauen(-männer) ausgebildet. Absolventinnen und Absolventen erhalten während der Ausbildung einen Lohn. Nach erfolgreichem Abschluss ist ein Arbeitsplatz an einem der skyguide-Standorte in der ganzen Schweiz garantiert. Weitere Informationen: www.skyguide.ch/future.

Banken und Versicherungen

Banken bieten umfangreiche praxisbezogene Ausbildungsmöglichkeiten für Maturandinnen und Maturanden an – den sogenannten Bankeinstieg für Mittelschulabsolventen (BEM). Das Einstiegsprogramm ist so gestaltet, dass es Absolventinnen und Absolventen nach entsprechender Bewährung in der Praxis zielführend Anschluss an die Höhere Fachschule für Banking & Finance HFBF oder einen entsprechenden Bachelor-Abschluss an einer Fachhochschule oder Universität ermöglicht. Der Lehrgang dauert 18 Monate, und man erhält rund 3000 Franken Lohn monatlich. Inhaltlich wird spezifisches Bankwissen vermittelt, sowohl im Rahmen verschiedener Praxiseinsätze in der ausbildenden Bank als auch durch eine Vielzahl an theoretischen Schulungen. Man schliesst diese Ausbildung mit einem Zertifikat der Schweizerischen Bankiervereinigung ab. Dieses Zertifikat eröffnet einem Jobmöglichkeiten in allen Banken während des Studiums, erleichtert aber auch den Berufseinstieg nach Absolvierung einer Hochschule. Hier am besten «BEM» und «Matura» googeln. Zudem verweisen wir auf www.swissbanking-future.ch mit weiteren Informationen zum Thema.  Eine Liste mit allen Instituten, die Lehrgänge BEM anbieten, findet sich auf www.swissbanking.org.

Bei einigen Versicherungsgesellschaften kann dieser Lehrgang mit der Postmaturitären Wirtschaftsausbildung (PWA) kombiniert werden. Letztere wird von der Kaderschule Zürich angeboten. Das sogenannte PWA-Wirtschaftsprogramm ist eine praxisorientierte, zweijährige Wirtschaftsausbildung. Auf eine 6-monatige Schulzeit folgt ein 18-monatiges Praktikum bei einer der mehr als 30 Partnerfirmen der Kaderschule Zürich, auch ausserhalb der Versicherungsbranche. Abgeschlossen wird die Postmaturitäre Wirtschaftsausbildung mit dem Diplom «Wirtschaftsfachfrau/-mann Kaderschule Zürich».

Auch der Berufsbildungsverband der privaten Schweizerischen Versicherungswirtschaft (VBV) bietet mit dem Bildungsgang Versicherungseinstieg mit Matura VBV (VEM VBV) eine trainee-orientierte Ausbildung an. Der Lehrgang dauert 18 Monate und beinhaltet eine umfassende praktische und schulische Grundausbildung in der Versicherungswirtschaft. Nach bestandenen Schlussprüfungen verleiht der VBV das Zertifikat «Young Insurance Professional VBV». Er wird von allen Mitgliedern, also von den grossen Versicherungsgesellschaften und ihren Generalagenturen, wie auch von Maklern anerkannt. Eine Liste mit Ausbildungsbetrieben findet sich auf www.vbv.ch.

Auch die Post bietet eine spezielle einjährige kaufmännische Ausbildung für Maturandinnen und Maturanden an, mit der man direkt in die Berufswelt einsteigen kann. Ein Teil dieses Praktikums kann in einer anderen Sprachregion absolviert werden – und es ermöglicht den Zugang an eine Fachhochschule. 

Interview zum Thema «Bank»


Nicolas Clavel

absolvierte zum Zeitpunkt dieses Interviews das Bankpraktikum für Mittel­schulabsolventen (BEM) bei der Zürcher Kantonalbank.


Nicolas, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?

Ich habe ein BWL-Studium an der Uni Zürich begonnen, doch war mir dieses zu theoretisch. Daher entschied ich mich für das BEM-Praktikum bei der ZKB um möglichst viel Berufserfahrung zu sammeln.

Wie sieht deine Ausbildung aus?
Das gesamte Praktikum dauert 18 Monate.  Spannend ist, dass wir alle drei bis sechs Monate die Abteilung wechseln und somit Einblick in die verschiedenen Abteilungen einer Bank bekommen. Neben der praktischen Arbeit haben wir etwa ein bis zwei Schultage pro Monat. Dies klingt nach wenig, jedoch besteht zusätzlich ein monatlicher Vorbereitungsaufwand von etwa acht bis zehn Stunden sowie ein Nachbearbeitungsauftrag nach jedem absolvierten Kurs. Dies stellt für mich einen guten Ausgleich zur praktischen Arbeit dar. Nach den ersten sechs Monaten hatte ich bereits die erste Theorieprüfung und am Ende Praktikums schreibe ich eine Abschlussprüfung.

Was gefällt dir besonders?
Am meisten gefiel mir zu Beginn, dass ich nun Kundenkontakt haben kann. In den bereits besuchten Abteilungen Backoffice, Kundenservice, Kundenberatung sowie am Schalter hat mir alles gut gefallen. Mein Favorit war bis anhin aber die Kundenberatung. Vom jungen und dynamischen Team wie auch von der individuellen auf den Kunden bezogenen Beratung konnnte ich viel profitieren.

Was möchtest du nachher machen?
Nach dem BEM-Praktikum möchte ich sicherlich wieder studieren. Da mir das Praktikum sehr gefällt, könnte ich mir gut vorstellen berufsbegleitend zu studieren. Ein Vollzeitstudium schliesse ich aber nicht aus.

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Quelle: Magazin «Primus – Überleben mit der Matura», Ausgabe 2019

Interview zum Thema «Versicherung»


Kathy Etoa

absolvierte zum Zeitpunkt dieses Interviews eine Ausbildung zur Versicherungsassistentin VBV.


Kathy, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?

Nach der Matura stand eines klar im Vordergrund: Arbeitserfahrung sammeln. Der Entscheid für ein Praktikum war deshalb schnell gefällt. Die Branche zu wählen fiel mir leicht, denn ich suchte etwas, dass mich einerseits herausfordert und andererseits sehr interessant und abwechslungsreich ist. Das Versicherungswesen war für mich ein noch unbekannter Ort, wo ich kein Grundwissen mitbrachte. Genau das wollte ich – eine Branche in deren Ausbildung ich sehr viel mitnehmen und erlernen kann.

Wie sieht die Ausbildung aus?  
Die Ausbildung dauert 18 Monate. Nach jeweils sechs Monaten findet ein Abteilungswechsel statt. Dieser «Rundgang» ermöglicht mir viel Praxis, ich lerne unterschiedliche Methoden und neue Blickwinkel kennen. Um sich noch das nötige Versicherungswissen anzueignen, dürfen wir an zwei bis fünf Tagen im Monat die Schulbank drücken. Der Theorieteil ist auf das Wesentliche beschränkt, denn vieles wird einem in der jeweiligen Abteilung beigebracht. Hinzu kommen einige Stunden Selbststudium und wie bei jeder Ausbildung, schreiben wir auch Prüfungen. Am Ende der Ausbildung wartet ein anerkanntes Zertifikat als Versicherungsassistent/in VBV.

Was gefällt dir besonders?
Der Einblick in verschiedene Abteilungen innerhalb der Mobiliar, sowie die damit eingehende Praxis in Bern. Auch gefällt mir der dazugehörende Unterricht, der in Basel oder Zürich statt­findet. Selbstorganisation und Selbstverantwortung sind bei meiner Arbeit wichtig – für mich eine spannende Herausforderung. Zudem habe ich bereits jetzt während meiner Ausbildung sehr gute Anstellungsbedingungen, wie ein leistungsgerechter Lohn, eine Erfolgsbeteiligung und flexible Arbeitszeiten.

Was möchtest du anschliessend machen? 
Nach der Ausbildung möchte ich der Mobiliar treubleiben und eine passende Stelle innerhalb des Unternehmens finden. Anschliessend möchte ich mindestens ein Jahr im Berufsleben meine Skills und Erfahrung vertiefen. Dank dem Lehrgang als Versicherungsassistentin öffnen sich mir neue Türen, wie eine Ausbildungen zur Versicherungsfachfrau, zum/zur diplomierten Versicherungswirtschafter/in HF oder der Bachelor-Studiengang Risk & Insurance an der ZHAW Winterthur.

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Quelle: Magazin «Primus – Überleben mit der Matura», Ausgabe 2018