PH-Studium

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Experteninterview zum PH-Studium

Prof. Dr. Kathrin Krammer
beantwortet Fragen zum Studium an einer Pädagogischen Hochschule.


Frau Krammer, warum soll ich mich für ein PH-Studium entscheiden?

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist abwechslungsreich und sinnhaft, als Lehrperson eröffnet man ihnen Perspektiven für ihre Zukunft. Lehrpersonen können im Beruf ihre Kreativität entfalten und eigenen fachlichen Interessen einbringen, gleichzeitig bleiben sie am Puls der Zeit und haben interessante Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Die Berufsaussichten sind ausgezeichnet und der Lohn nach Studienabschluss ist vergleichsweise hoch. Zudem bietet der Beruf ideale Möglichkeiten für Teilzeitarbeit.

Welche persönlichen Voraussetzungenbraucht es, um ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin zu werden?
Der Lehrberuf ist ein Beziehungsberuf, deshalb bilden Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Verantwortungsbereitschaft und Einfühlungsvermögen grundlegende Voraussetzungen. Zusätzlich braucht es ein vertieftes Allgemeinwissen und fachliches Können sowie kommunikative Kompetenzen. Weitere wichtige Voraussetzungen sind die Offenheit für neue Erfahrungen und Entwicklungen sowie die Bereitschaft, auf die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Die Tätigkeit im Lehrberuf ist sehr abwechslungsreich und herausfordernd, deshalb sind eine gute Belastbarkeit und stabile Persönlichkeit von Vorteil.

Welche Ausbildungen bieten Pädagogische Hochschulen in der Schweiz an?
Pädagogische Hochschulen bieten Ausbildungen für alle Schulstufen an. In Bachelorstudiengängen können Studierende das Diplom für Kindergarten und Primarschule erwerben. Die Ausbildung für die Sekundarstufe I ist ein Masterstudium. Zudem gibt es Pädagogische Hochschulen, welche auch Ausbildungen für Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen anbieten. Das Masterstudium Schulische Heilpädagogik steht Personen offen, welche bereits ein Lehrdiplom und Unterrichtserfahrung erworben haben. Ergänzend bieten Pädagogische Hochschulen Ausbildungen für Maturitätsschulen und Berufsbildung an. Neu gibt es an Pädagogischen Hochschulen auch Masterstudiengänge für Fachdidaktik, diese eröffnen den Studierenden zusätzliche Berufsperspektiven in Forschung und Lehre an Hochschulen.

Wie sieht ein klassisches PH-Studium aus?
Zentral für einen wirksamen Unterricht sind die fachlichen und fachdidaktischen Kompetenzen einer Lehrperson. Deshalb beinhaltet das Studium Module, in denen die Studierenden ihr fachwissenschaftliches Wissen vertiefen und die Fähigkeit erwerben, die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler zu verstehen, anzuregen und zu begleiten. Die Umsetzung eines verstehensorientierten und motivierenden Unterrichts erfordert die Fähigkeit, passende Lehrmittel und Aufgaben auszuwählen und Sachverhalte zu erklären. In bildungs- und sozialwissenschaftlichen Modulen erwerben die Studierenden entwicklungspsychologische und pädagogische Grundlagen für die Planung und Umsetzung von Unterricht und Klassenführung, Beurteilen und Beratung. Einen zentralen Bestandteil des Studiums bilden mit rund 25 Prozent Ausbildungsanteil die Praktika, in denen die Studierenden ihre Kompetenzen erproben und weiterentwickeln.

Sind die Ausbildungen an den Schweizer PH überall einheitlich?
Alle Ausbildungen für Lehrpersonen sind auf Hochschulstufe. Die Erziehungsdirektorenkonferenz der Schweiz (EDK, Anm. d. Red.) legt die Anforderungen an die Strukturen und die Qualität der einzelnen Ausbildungen fest. Die Pädagogischen Hochschulen unterscheiden sich in Bezug auf die Anzahl der angebotenen Studiengänge und deren Ausgestaltung. Da die Pädagogischen Hochschulen kantonal geregelt sind, ist ihr Angebot häufig vom regionalen Schulsystem geprägt. Die Studierenden können frei wählen, an welcher PH sie ihre Ausbildung machen, und die Diplome sind in der ganzen Schweiz gültig, wenn sie von der EDK anerkannt sind.

Wie sehen Sie die Berufseinstiegschancen nach einem PH-Studium?
Die Berufseinstiegschancen nach einem PH-Studium sind hervorragend, die Erwerbstätigkeitsquote nach Abschluss einer PH liegt bei über 95 Prozent und ist höher als bei Abschlüssen von anderen Studienrichtungen. Aktuell herrscht in einigen Regionen ein Mangel an Lehrpersonen, dementsprechend sind die Absolventinnen und Absolventen der Pädagogischen Hochschulen sehr gefragt, insbesondere in Kindergarten, Primarschule und Sekundarstufe I sowie in Schulischer Heilpädagogik. Entsprechend der Prognosen des Bundesamtes für Statistik bleiben die Berufschancen auch in den kommenden Jahren ausgezeichnet.

Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich im Lehrerberuf?
Einerseits bieten sich innerhalb des Lehrberufs vielfältige Möglichkeiten für die Weiterentwicklung, beispielsweise durch den Erwerb einer Zusatzqualifizierung für zusätzliche Aufgaben oder Führungsfunktionen. Für die Tätigkeit als Schulleiterin oder Schulleiter bieten Pädagogische Hochschulen spezifische Weiterbildungsstudiengänge an. Zudem können Lehrpersonen ihr Diplom an den Pädagogischen Hochschulen für zusätzliche Fächer und Schulstufen erweitern oder die Ausbildung in Schulischer Heilpädagogik absolvieren. Andererseits gibt es interessante Karrieremöglichkeiten in Forschung und Lehre, beispielsweise durch Anschlussstudien und ein Doktorat in Fachdidaktik oder Erziehungswissenschaft.

Gibt es auch die Möglichkeit zu Austauschsemestern an Pädagogischen Hochschulen?
Austauschsemester an Pädagogischen Hochschulen sind möglich und werden sehr empfohlen. Sie bieten gute Gelegenheit, um das Schulsystem in einem anderen Land näher kennenzulernen und Unterrichtserfahrungen in einer Fremdsprache zu sammeln. Zu diesem Zweck pflegen die Pädagogischen Hochschulen ein Netzwerk mit Hochschulen in Ländern der ganzen Welt.


Ein PH-Studium in einem anderssprachigen Landesteil – macht das Sinn?
Die Zulassung zur Ausbildung erfordert sehr gute Sprachkompetenzen in der Unterrichtssprache – C2 gemäss europäischem Referenzrahmen. Deshalb ist ein PH-Studium in einem anderssprachigen Landesteil nur sinnvoll, wenn man über ausgezeichnete Vorkenntnisse in der Sprache des Studiums verfügt und längerfristig in diesem Landesteil eine Lehrtätigkeit anstrebt.

Wo steht eigentlich die Schweizer Lehrer- und Lehrerinnenausbildung im internationalen Vergleich?
Die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung der Schweiz weist im Vergleich zu den umliegenden Ländern einen hohen Praxisbezug auf. Die Ausbildung für Lehrpersonen der Primarschule ist in der Schweiz vergleichsweise kurz, in den meisten umliegenden Ländern setzt das Primarlehrdiplom ein Masterstudium voraus. Zudem ist die Anzahl Fächer, welche die Studierenden in der Ausbildung belegen und danach unterrichten können, im internationalen Vergleich hoch. Vergleichsstudien attestieren der Schweiz eine gute Ausbildung für Lehrpersonen.

Wie ist die Durchlässigkeit zu anderen Hochschultypen – beispielsweise, wenn man mit einem PH-Bachelor einen Uni-Master machen möchte?
Es ist gut möglich und eine attraktive Perspektive, aufbauend auf einem PH-Bachelor in ein Masterstudium der Universität einzusteigen. Die Bologna-Richtlinien gewährleisten die Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen. Die abnehmende Hochschule definiert jeweils die Voraussetzungen für die Aufnahme ins Masterstudium.

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Prof. Dr. Kathrin Krammer ist Prorektorin Ausbildung der Pädagogischen Hochschule Luzern. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin und hat nach mehrjähriger Lehrtätigkeit ein Studium in Pädagogik, Sonderpädagogik und Psychologie an der Universität Zürich absolviert und mit dem Doktorat abgeschlossen. 

Erschienen im Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe September 2019

Die Pädagogischen Hochschulen der Schweiz
Statements zum PH-Studium


Giulia Glauser

lässt sich zur Pädagogin für die Vorschulstufe und die Primarstufe am Institut IVP NMS Bern ausbilden. Zur Zeit des Interviews war sie im 3. Semester.

 
Warum hast du dich für diese Ausbildung entschieden?
Ich wollte eigentlich immer Tierärztin werden, bis ich angefangen habe in meinem Schwimmklub Schwimmunterricht zu geben. Das Arbeiten mit Kindern hat mir so viel Freude bereitet, dass ich mich umentschieden habe.

Wie sieht dein Studium aus? 
Giulia: Das Studium dauert drei Jahre, wenn man Vollzeit studiert. Prüfungen finden jeweils nach jedem Semesterende statt. Die Module des Studiengangs setzen sich aus Vorlesungen und Seminaren zusammen. In kleinen Seminargruppen können die Inhalte der Vorlesungen optimal vertieft werden. Die Theorie, welche wir in den verschiedenen Modulen erlernen, können wir anschliessend in regelmässigen Praktika anwenden. Am Ende des Studiums erhält man ein Diplom mit dem man vom Kindergarten bis zur 6. Klasse unterrichten kann.

Was gefällt dir besonders?  
Mir gefällt besonders am Studium, dass es sehr praxisorientiert ist. Die Praktika machen mir am meisten Spass, weil ich mir dort schon ein genaues Bild machen kann, wie das Berufsleben aussehen wird. Am IVP NMS gefällt mir, dass auch die musisch-gestalterischen Fächer einen hohen Stellenwert haben und ich somit eine vielseitige Ausbildung erleben kann.

Was möchtest du nach dem Studium machen?  
Nach dem Studium möchte ich eine Weile Stellvertretungen geben und möglichst viel Reisen. Danach werde ich mich wahrscheinlich für eine Festanstellung bewerben. Vielleicht werde ich auch noch die Ausbildung für die Oberstufe machen, welche noch einmal ein Jahr dauert.
 
Quelle: Magazin "Primus – FH&PH", Ausgabe 2020


Karolina Kristo

belegt an der Pädagogischen Hochschule Schwyz den Bachelorstudiengang «Primarstufe». Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.

 
Warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Ich habe das Langzeitgymnasium bis zur Matura besucht und konnte mich dann nicht entscheiden, ob ich Sport, Musik oder Pädagogik studieren möchte. Der ausschlaggebende Grund für meine Entscheidung war, dass ich als Primarlehrerin Sport und Musik unterrichten kann und somit alles in einem Studiengang habe.  

Wie sieht dein Studium aus? 
Mein Studium dauert drei Jahre, also insgesamt sechs Semester. Am Anfang haben wir wenig Praxisanteile, dann von Jahr zu Jahr mehr. Die Theorie, welche wir lernen, können wir immer gleich in der Praxis anwenden. Im ersten Studienjahr haben wir am meisten Vorlesungen, da wir viel lernen müssen, um dann im Praktikum alles zu verstehen. Wir haben leider keine Lernferien, sondern müssen die Prüfungen jeweils gleich am Ende des Semesters absolvieren. Das Studium schliesse ich mit dem Diplom «Bachelor of Arts in Primary Education» ab. 

Was gefällt dir besonders?
 Mir gefällt sehr gut, dass ich nach meinem Studium jedes Fach unterrichten kann. Dies ist auch der Grund, warum ich mich für die Pädagogische Hochschule Schwyz entschieden habe. Wir kommen schon sehr früh mit der Arbeitswelt in Kontakt und haben einen hohen Praxisbezug, und dabei können wir das Gelernte gleich umsetzen.

Was möchtest du nach dem Studium machen? 
Nach dem Studium möchte ich als erstes als Primarlehrerin arbeiten. Welche Klasse ich dabei unterrichte, spielt für mich keine Rolle. Ob ich Primarlehrerin bleibe, weiss ich noch nicht, da ich einen Masterstudiengang in Heilpädagogik oder in Theaterpädagogik in Betracht ziehe. Eine weitere Option ist für mich der Bachelorstudiengang Musik und Bewegung. 
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Nicolas Rohmer

lässt sich an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen zum Sekundarlehrer (Phil II - Mathematik, N+T, RZG, Musik) ausbilden. Zur Zeit des Interviews war er im 5. Semester. 

 
Warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Das breite Angebot der PHSG hat mich früh fasziniert. Da ich nach der Kantons­schule, welche ich in Wattwil abgeschlossen habe, viele spannende Fächer weiterverfolgen wollte, habe ich mich entschieden, die PHSG zu besuchen. Zudem hatte ich zu Jugendlichen schon immer einen guten Draht.

Wie sieht dein Studium aus? 
Mein Studium dauert viereinhalb Jahre und beinhaltet einen stolzen Anteil an Praktika, was ich sehr schätze. Die Praxiserfahrung finde ich persönlich in diesem Berufsfeld sehr wichtig. Der Anteil an Klassenunterricht ist hoch, was eine hohe Präsenzpflicht mit sich zieht. Dies hat Vor- wie Nachteile. Die Prüfungen finden normalerweise jeweils Ende Semester statt. In Ausnahmefällen gibt es während dem Semester kleinere Teilprüfungen. Ich werde laut dem jetzigen Stand in zweieinhalb Jahren den Master-Sek-I-Abschluss haben.

Was gefällt dir besonders? 
Besonders gefällt mir die soziale Umgangsweise und die persönlichen Beziehungen zwischen meinen Mitstudentinnen und Mitstudenten und meinen Dozentinnen und Dozenten. Zudem finde ich es gut, dass man eine grosse Vielfalt an Fächerkombinationen hat, welche man frei wählen kann.

Was möchtest du nach dem Studium machen? 
Nach meinem Studium möchte ich ein paar Jahre als Oberstufenlehrer arbeiten und danach auf Weltreise gehen. Bevor ich meine eigene Familie gründen und ein Haus kaufen möchte, steht die Erkundung des Planeten auf der To-Do-Liste. Alles Weitere steht bei mir noch offen.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Alina Kurmann

lässt sich an der Pädagogischen Hochschule Luzern zur Primarlehrerin ausbilden. Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.

 
Warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Bereits in der Primarschule habe ich in jedes Freundschaftsbuch geschrieben, dass ich einmal Lehrerin werden möchte. Meine ­Familie und Freunde glaubten, das sei einer von vielen Berufswünschen, für mich stand allerdings bereits dort fest, dass ich Lehrerin werden will. Also habe ich den schnellstmöglichen Weg für das Erreichen meines Berufswunsches eingeschlagen. So bin ich nach der Primarschule sechs Jahre ans Langzeitgymnasium in Reussbühl gegangen und habe dort die Matura abgeschlossen. Anschliessend war ich für zwei Monate in Amerika, um den obligatorischen Sprachaufenthalt für die PH zu erledigen, sodass es zeitlich genau aufging und ich ohne ein Zwischenjahr direkt an der PH starten konnte.

Wie sieht dein Studium aus? 
Mein Studium dauert insgesamt drei Jahre bis zum Bachelor-Abschluss. Rund 40 Prozent des Studiums umfassen Fachwissen­schaften und Fachdidaktiken der einzelnen Fächer, welche ich unterrichten werde. Dieser Unterricht findet zum Teil als grosse Vorlesung statt und zum Teil in kleineren Seminaren. Etwa 25 Prozent des Studiums umfassen die Berufs­studien, also Praktika direkt an Schulen. Weitere rund 20 Prozent drehen sich um Bildungs- und Sozialwissenschaften, also um den Umgang mit Kindern und deren Erziehung.  In den restlichen Teil des Studiums fliessen alle anderen Dinge ein, wie zum Beispiel die selbst gewählten Spezialisierungsstudien. Prüfungen finden regelmässig während den letzten Wochen eines Semesters statt, also noch während der normale Unterricht läuft. 

Was gefällt dir besonders? 
Mir gefällt besonders, dass mein Studium wie auch der Lehrerberuf selbst sehr abwechslungsreich sind. Es gibt Fächer, in denen ich mental fit sein muss, in anderen ist eher eine körperliche Fitness gefordert und wieder in anderen Fächern braucht es sehr viel Kreativität. 

Was möchtest du nach dem Studium machen? 
Nach dem Studium werde ich je nach Stellenangebot entweder eine feste Stelle suchen oder ein Jahr als Stellvertretung arbeiten.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Carmela Trochsler

möchte als sogenannte «Quereinsteigerin» an der Pädagogischen Hochschule Zug Primarlehrerin werden. Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.

 
Warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Ich habe lange als medizinische Praxis­assistentin  gearbeitet. Dies hat mich auf Dauer nicht mehr erfüllt, weshalb ich eine neue Herausforderung suchte. Meine Schwester, die selber als Primarlehrerin tätig ist, hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass im pädagogischen Bereich auch ein Quereinstieg möglich ist. Ich habe dann einen Infoanlass der PH Zug besucht. Dort habe ich gemerkt, dass der Lehrberuf der richtige Weg für mich ist.  

Wie sieht dein Studium aus? 
Nachdem ich erfolgreich den Vorkurs absolviert hatte, habe ich mich für das Vollzeitstudium entschieden, das drei Jahre dauert. Ich komme nun ins letzte Studienjahr. In diesem Vertiefungsjahr befasse ich mich intensiver mit einzelnen, selbst gewählten Fächern wie Englisch oder Musik. An einem Halbtag in der Woche werden wir einen schulischen Heilpädagogen bei seiner Arbeit begleiten und so auch einen tieferen Einblick in dieses Gebiet erhalten. Auch die Bachelorarbeit steht in diesem Jahr noch vor der Türe, wie auch das abschliessende vierwöchige Berufspraktikum.

Was gefällt dir besonders? 
Die Praktikumstage wie auch -wochen sind sicherlich das Highlight des Studiums. Man erhält einen tiefen Einblick in den Berufs­alltag, in verschiedene Schulhäuser und Systeme sowie unterschiedliche Vorgehensweisen der Lehrpersonen. Mir gefällt aber auch die Atmosphäre an der PH Zug sehr gut. Es wird viel gelacht und gescherzt und man fühlt sich schnell wie Zuhause. Dies ist nicht nur aufgrund meiner tollen Mitstudierenden der Fall – auch die Dozentinnen und Dozenten und der kleine aber feine Campus tragen ihren Teil dazu bei.  

Was möchtest du nach dem Studium machen? 
Ich würde gerne Klassenlehrperson werden, wobei für mich die Stufe eigentlich keine grosse Rolle spielt. Aber eine Stelle im Kanton Zug würde mich sehr freuen. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, eine Zeit lang irgendwo im Ausland zu unterrichten oder Schulen zu unterstützen.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Maurine Reber

besucht an der Pädagogischen Hochschule Luzernden den Studiengang «Primarstufe». Zur Zeit des Interviews war sie im 3. Semester.

 
Wie sieht dein Studium aus? 
Mein Studium dauert insgesamt sechs Semester. Der Praxisanteil ist in jedem Jahr unterschiedlich. Im ersten Jahr hatten wir jeden Mittwochmorgen Praxiseinheiten und zudem ein dreiwöchiges Praktikum als Block. Im zweiten Jahr gibt es ein fünfwöchiges Praktikum, in welchem man den ganzen Unterricht in einer Schulklasse übernimmt. Im dritten Jahr folgt das Diplompraktikum. Daneben stehen Seminare und Vorlesungen an. Die Anzahl Vorlesungen variiert je nach Semester. Ich würde aber sagen, dass es im Durchschnitt drei Lektionen pro Woche sind. Der Rest sind in meinem Fall acht Seminare, die jeweils zwei Lektionen pro Woche einnehmen. Seminare sind Unterrichtseinheiten im kleineren Klassenrahmen, in denen man mehr engagiert ist, als bei den eher passiven Vorlesungen. Mein Wochen-Stundenplan umfasste zuletzt mit allen Fächern und dem eigenen Unterrichten 26 Lektionen. Der ausserschulische «Work­load», also Vorbereitung auf Prüfungen, Aufträge, Lektüre, etc. ist hier nicht miteinbezogen. Regelmässig gilt es Leistungsnachweise zu erbringen. Dies sind entweder schriftliche oder mündliche Prüfungen oder Arbeiten, die die Studierenden einreichen müssen. Nach Abschluss aller Praktika und Module (Fächer), also nach den drei Jahren, habe ich den Bachelor-Abschluss.

Warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Aufgrund meiner Noten in der sechsten Klasse habe ich es nicht ins (Langzeit-)Gymnasium geschafft, weshalb ich dann die Oberstufe besucht habe. Da ich wusste, dass ich an die PH will, haben sich mir nach Abschluss der dritten Oberstufe drei Wege geboten. Einstieg ins bei uns reguläre Langzeitgymnasium, der Start ins Kurzzeitgymnasium oder der Gang an die Fachmittelschule. Die Fachmittelschule bietet verschiedene Fachrichtungen an, unter anderem Pädagogik. Dieser Weg beinhaltet also schon eine Vorbereitung auf die PH inklusive kurzem Praktikum. Die anderen zwei Wege hätten viele Fächer bedeutet, die mich weniger interessierten und die ich auch als weniger wichtig für meinen künftigen Werdegang erachtete. Also ging ich an die Fachmittelschule.

Was gefällt dir besonders? 
Das System des Grundjahr-­Mentorats an der PH Luzern gefällt mir besonders. Mit dieser Klasse trifft man sich als erstes während den Einführungstagen. Dies gibt Sicherheit in allen anderen Modulen, in denen unterschiedliche Klassenzusammenstellungen herrschen. Die Mentoratsklasse begleitet einen auch durch das Praktikum. Was ich auch schätze, ist dass die Vorlesungen auf Video aufgezeichnet werden und somit auch keine Präsenzpflicht besteht – in allen Seminaren besteht hingegen Präsenzpflicht. Mir gibt dies die Möglichkeit die Vorlesungen zu Hause im eigenen Tempo anzuschauen und zu bearbeiten.

Was möchtest du nach dem Studium machen? 
Ich überlege mir das Studium für zwei Semester zu unterbrechen, um auf Reisen zu gehen. Sonst habe ich nach dem Bachelor-Abschluss die Möglichkeit, jede Uni zu besuchen. Nach meinem Abschluss möchte ich jedoch meine erste Klasse übernehmen und das lang herbeigesehnte Unterrichten beginnen.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020
Nützliche Links zum Thema

www.berufsberatung.ch
Hier findet ihr kurz und kompakt nützliche Infos zur Ausbildung an einer PH. 

de.wikipedia.org > Suchbegriff «Pädagogische Hochschule»
Eine gute Seite für alle, die sich für die Entstehungsgeschichte der PH interessieren, sowie für PH im Ausland.

www.lehrperson-bern.ch/forum.html 
Ein Angebot der PHBern: Hier tauschen sich (angehende) LehrerInnen aus und bieten einander Hilfestellungen. 

www.zukunftschule.ch
Alles rund um den Lehrberuf

www.lch.ch
Dachverband der Schweizer LehrerInnen 

www.cct-switzerland.ch
Laufbahnberatung für Lehrerinnen und Lehrer mit Selbsterkundung zum Lehrerberuf

www.edk.ch
Konferenz der kantonalen Erziehungs-direktion mit zahl-reichen Infos rund ums Bildungssystem