PH-Studium
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Prof. Dr. Kathrin Krammer
beantwortet Fragen zum Studium an einer Pädagogischen Hochschule.
Frau Krammer, warum soll ich mich für ein PH-Studium entscheiden?
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist abwechslungsreich und sinnhaft, als Lehrperson eröffnet man ihnen Perspektiven für ihre Zukunft. Lehrpersonen können im Beruf ihre Kreativität entfalten und eigenen fachlichen Interessen einbringen, gleichzeitig bleiben sie am Puls der Zeit und haben interessante Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Die Berufsaussichten sind ausgezeichnet und der Lohn nach Studienabschluss ist vergleichsweise hoch. Zudem bietet der Beruf ideale Möglichkeiten für Teilzeitarbeit.
Welche persönlichen Voraussetzungenbraucht es, um ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin zu werden?
Der Lehrberuf ist ein Beziehungsberuf, deshalb bilden Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Verantwortungsbereitschaft und Einfühlungsvermögen grundlegende Voraussetzungen. Zusätzlich braucht es ein vertieftes Allgemeinwissen und fachliches Können sowie kommunikative Kompetenzen. Weitere wichtige Voraussetzungen sind die Offenheit für neue Erfahrungen und Entwicklungen sowie die Bereitschaft, auf die Unterschiedlichkeit der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Die Tätigkeit im Lehrberuf ist sehr abwechslungsreich und herausfordernd, deshalb sind eine gute Belastbarkeit und stabile Persönlichkeit von Vorteil.
Welche Ausbildungen bieten Pädagogische Hochschulen in der Schweiz an?
Pädagogische Hochschulen bieten Ausbildungen für alle Schulstufen an. In Bachelorstudiengängen können Studierende das Diplom für Kindergarten und Primarschule erwerben. Die Ausbildung für die Sekundarstufe I ist ein Masterstudium. Zudem gibt es Pädagogische Hochschulen, welche auch Ausbildungen für Schulische Heilpädagoginnen und Heilpädagogen anbieten. Das Masterstudium Schulische Heilpädagogik steht Personen offen, welche bereits ein Lehrdiplom und Unterrichtserfahrung erworben haben. Ergänzend bieten Pädagogische Hochschulen Ausbildungen für Maturitätsschulen und Berufsbildung an. Neu gibt es an Pädagogischen Hochschulen auch Masterstudiengänge für Fachdidaktik, diese eröffnen den Studierenden zusätzliche Berufsperspektiven in Forschung und Lehre an Hochschulen.
Wie sieht ein klassisches PH-Studium aus?
Zentral für einen wirksamen Unterricht sind die fachlichen und fachdidaktischen Kompetenzen einer Lehrperson. Deshalb beinhaltet das Studium Module, in denen die Studierenden ihr fachwissenschaftliches Wissen vertiefen und die Fähigkeit erwerben, die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler zu verstehen, anzuregen und zu begleiten. Die Umsetzung eines verstehensorientierten und motivierenden Unterrichts erfordert die Fähigkeit, passende Lehrmittel und Aufgaben auszuwählen und Sachverhalte zu erklären. In bildungs- und sozialwissenschaftlichen Modulen erwerben die Studierenden entwicklungspsychologische und pädagogische Grundlagen für die Planung und Umsetzung von Unterricht und Klassenführung, Beurteilen und Beratung. Einen zentralen Bestandteil des Studiums bilden mit rund 25 Prozent Ausbildungsanteil die Praktika, in denen die Studierenden ihre Kompetenzen erproben und weiterentwickeln.
Sind die Ausbildungen an den Schweizer PH überall einheitlich?
Alle Ausbildungen für Lehrpersonen sind auf Hochschulstufe. Die Erziehungsdirektorenkonferenz der Schweiz (EDK, Anm. d. Red.) legt die Anforderungen an die Strukturen und die Qualität der einzelnen Ausbildungen fest. Die Pädagogischen Hochschulen unterscheiden sich in Bezug auf die Anzahl der angebotenen Studiengänge und deren Ausgestaltung. Da die Pädagogischen Hochschulen kantonal geregelt sind, ist ihr Angebot häufig vom regionalen Schulsystem geprägt. Die Studierenden können frei wählen, an welcher PH sie ihre Ausbildung machen, und die Diplome sind in der ganzen Schweiz gültig, wenn sie von der EDK anerkannt sind.
Wie sehen Sie die Berufseinstiegschancen nach einem PH-Studium?
Die Berufseinstiegschancen nach einem PH-Studium sind hervorragend, die Erwerbstätigkeitsquote nach Abschluss einer PH liegt bei über 95 Prozent und ist höher als bei Abschlüssen von anderen Studienrichtungen. Aktuell herrscht in einigen Regionen ein Mangel an Lehrpersonen, dementsprechend sind die Absolventinnen und Absolventen der Pädagogischen Hochschulen sehr gefragt, insbesondere in Kindergarten, Primarschule und Sekundarstufe I sowie in Schulischer Heilpädagogik. Entsprechend der Prognosen des Bundesamtes für Statistik bleiben die Berufschancen auch in den kommenden Jahren ausgezeichnet.
Welche Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich im Lehrerberuf?
Einerseits bieten sich innerhalb des Lehrberufs vielfältige Möglichkeiten für die Weiterentwicklung, beispielsweise durch den Erwerb einer Zusatzqualifizierung für zusätzliche Aufgaben oder Führungsfunktionen. Für die Tätigkeit als Schulleiterin oder Schulleiter bieten Pädagogische Hochschulen spezifische Weiterbildungsstudiengänge an. Zudem können Lehrpersonen ihr Diplom an den Pädagogischen Hochschulen für zusätzliche Fächer und Schulstufen erweitern oder die Ausbildung in Schulischer Heilpädagogik absolvieren. Andererseits gibt es interessante Karrieremöglichkeiten in Forschung und Lehre, beispielsweise durch Anschlussstudien und ein Doktorat in Fachdidaktik oder Erziehungswissenschaft.
Gibt es auch die Möglichkeit zu Austauschsemestern an Pädagogischen Hochschulen?
Austauschsemester an Pädagogischen Hochschulen sind möglich und werden sehr empfohlen. Sie bieten gute Gelegenheit, um das Schulsystem in einem anderen Land näher kennenzulernen und Unterrichtserfahrungen in einer Fremdsprache zu sammeln. Zu diesem Zweck pflegen die Pädagogischen Hochschulen ein Netzwerk mit Hochschulen in Ländern der ganzen Welt.
Ein PH-Studium in einem anderssprachigen Landesteil – macht das Sinn?
Die Zulassung zur Ausbildung erfordert sehr gute Sprachkompetenzen in der Unterrichtssprache – C2 gemäss europäischem Referenzrahmen. Deshalb ist ein PH-Studium in einem anderssprachigen Landesteil nur sinnvoll, wenn man über ausgezeichnete Vorkenntnisse in der Sprache des Studiums verfügt und längerfristig in diesem Landesteil eine Lehrtätigkeit anstrebt.
Wo steht eigentlich die Schweizer Lehrer- und Lehrerinnenausbildung im internationalen Vergleich?
Die Lehrerinnen- und Lehrerausbildung der Schweiz weist im Vergleich zu den umliegenden Ländern einen hohen Praxisbezug auf. Die Ausbildung für Lehrpersonen der Primarschule ist in der Schweiz vergleichsweise kurz, in den meisten umliegenden Ländern setzt das Primarlehrdiplom ein Masterstudium voraus. Zudem ist die Anzahl Fächer, welche die Studierenden in der Ausbildung belegen und danach unterrichten können, im internationalen Vergleich hoch. Vergleichsstudien attestieren der Schweiz eine gute Ausbildung für Lehrpersonen.
Wie ist die Durchlässigkeit zu anderen Hochschultypen – beispielsweise, wenn man mit einem PH-Bachelor einen Uni-Master machen möchte?
Es ist gut möglich und eine attraktive Perspektive, aufbauend auf einem PH-Bachelor in ein Masterstudium der Universität einzusteigen. Die Bologna-Richtlinien gewährleisten die Durchlässigkeit zwischen den Hochschultypen. Die abnehmende Hochschule definiert jeweils die Voraussetzungen für die Aufnahme ins Masterstudium.
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Prof. Dr. Kathrin Krammer ist Prorektorin Ausbildung der Pädagogischen Hochschule Luzern. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin und hat nach mehrjähriger Lehrtätigkeit ein Studium in Pädagogik, Sonderpädagogik und Psychologie an der Universität Zürich absolviert und mit dem Doktorat abgeschlossen.

Giulia Glauser
lässt sich zur Pädagogin für die Vorschulstufe und die Primarstufe am Institut IVP NMS Bern ausbilden. Zur Zeit des Interviews war sie im 3. Semester.
Giulia: Das Studium dauert drei Jahre, wenn man Vollzeit studiert. Prüfungen finden jeweils nach jedem Semesterende statt. Die Module des Studiengangs setzen sich aus Vorlesungen und Seminaren zusammen. In kleinen Seminargruppen können die Inhalte der Vorlesungen optimal vertieft werden. Die Theorie, welche wir in den verschiedenen Modulen erlernen, können wir anschliessend in regelmässigen Praktika anwenden. Am Ende des Studiums erhält man ein Diplom mit dem man vom Kindergarten bis zur 6. Klasse unterrichten kann.
Was gefällt dir besonders?
Mir gefällt besonders am Studium, dass es sehr praxisorientiert ist. Die Praktika machen mir am meisten Spass, weil ich mir dort schon ein genaues Bild machen kann, wie das Berufsleben aussehen wird. Am IVP NMS gefällt mir, dass auch die musisch-gestalterischen Fächer einen hohen Stellenwert haben und ich somit eine vielseitige Ausbildung erleben kann.
Was möchtest du nach dem Studium machen?
Nach dem Studium möchte ich eine Weile Stellvertretungen geben und möglichst viel Reisen. Danach werde ich mich wahrscheinlich für eine Festanstellung bewerben. Vielleicht werde ich auch noch die Ausbildung für die Oberstufe machen, welche noch einmal ein Jahr dauert.

Karolina Kristo
belegt an der Pädagogischen Hochschule Schwyz den Bachelorstudiengang «Primarstufe». Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.
Wie sieht dein Studium aus?
Was gefällt dir besonders?
Was möchtest du nach dem Studium machen?

Nicolas Rohmer
lässt sich an der Pädagogischen Hochschule St.Gallen zum Sekundarlehrer (Phil II - Mathematik, N+T, RZG, Musik) ausbilden. Zur Zeit des Interviews war er im 5. Semester.
Wie sieht dein Studium aus?
Was gefällt dir besonders?
Was möchtest du nach dem Studium machen?

Alina Kurmann
lässt sich an der Pädagogischen Hochschule Luzern zur Primarlehrerin ausbilden. Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.
Wie sieht dein Studium aus?
Was gefällt dir besonders?
Was möchtest du nach dem Studium machen?

Carmela Trochsler
möchte als sogenannte «Quereinsteigerin» an der Pädagogischen Hochschule Zug Primarlehrerin werden. Zur Zeit des Interviews war sie im 5. Semester.
Wie sieht dein Studium aus?
Was gefällt dir besonders?
Was möchtest du nach dem Studium machen?

Maurine Reber
besucht an der Pädagogischen Hochschule Luzernden den Studiengang «Primarstufe». Zur Zeit des Interviews war sie im 3. Semester.
Warum hast du dich für diesen Weg entschieden?
Was gefällt dir besonders?
Was möchtest du nach dem Studium machen?
www.berufsberatung.ch
Hier findet ihr kurz und kompakt nützliche Infos zur Ausbildung an einer PH.
de.wikipedia.org > Suchbegriff «Pädagogische Hochschule»
Eine gute Seite für alle, die sich für die Entstehungsgeschichte der PH interessieren, sowie für PH im Ausland.
www.lehrperson-bern.ch/forum.html
Ein Angebot der PHBern: Hier tauschen sich (angehende) LehrerInnen aus und bieten einander Hilfestellungen.
www.zukunftschule.ch
Alles rund um den Lehrberuf
www.lch.ch
Dachverband der Schweizer LehrerInnen
www.cct-switzerland.ch
Laufbahnberatung für Lehrerinnen und Lehrer mit Selbsterkundung zum Lehrerberuf
www.edk.ch
Konferenz der kantonalen Erziehungs-direktion mit zahl-reichen Infos rund ums Bildungssystem