FH-Studium

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Die Fachhochschulen der Schweiz

Mit der Berufsmatura oder der Matura mit Berufserfahrung steht einem der Weg an eine Fachhochschule (FH) offen. Diese sind in allen Landesregionen vertreten und bieten Ausbildungen im technischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen, sportlichen oder kommunikativen Bereich, die wie an den Universitäten mit einem Bachelor oder Master abgeschlossen werden können. Die Ausbildung an FHs zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug aus. Die Schweizer FHs mit ihren rund 80'000 eingeschriebenen Studentinnen und Studenten geniessen eine hohe Wertschätzung und ein Abschluss bietet gute Chancen auf einen sofortigen Einstieg in die Berufswelt – nicht selten direkt im mittleren Kader und zu sehr guten Löhnen.

Berner Fachhochschule / BFH

8 Departemente, rund 7'000 Studierende

www.bfh.ch

Zürcher Fachhochschule / ZFH

4 angeschlossene Hochschulen (darunter die ZHAW mit 8 Departementen) (inkl. PH), rund 23'000 Studierende

www.zfh.ch

Fachhochschule Nordwestschweiz / FHNW

9 angeschlossene Hochschulen (inkl. PH), rund 14'000 Studierende

www.fhnw.ch

Ostschweizer Fachhochschule / OST

6 Departemente, rund 5'000 Studierende

www.ost.ch

Fachhochschule Graubünden / FHGR

rund 2'000 Studierende

www.fhgr.ch

Hochschule Luzern

6 Departemente, rund 7'000 Studierende

www.hslu.ch

Kalaidos Fachhochschule

4 Departemente, rund 3'500 Studierende

www.kalaidos-fh.ch

Italienische Schweiz / SUPSI

7 angeschlossene Hochschulen und Departemente (darunter auch die FFHS) (inkl. PH), rund 6'000 Studierende

www.supsi.ch

Westschweiz / HES-SO

28 angeschlossene Hochschulen, über 21'000 Studierende

www.hes-so.ch

Jetzt an die Fachhochschule

Jetzt an die Fachhochschule

Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen finden nach dem Studium rasch den Berufseinstieg und sind gut bezahlt: Ihre Kompetenzen passen genau zu den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Kein Wunder, sind sie mit ihrer beruflichen Situation zufrieden.

Dank der anwendungsorientierten Ausbildung geniessen Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen den Vorteil, dass sie theoretisches Wissen stets mit Blick auf die Herausforderungen der Praxis ansetzen. Das bereitet sie optimal auf die Berufswelt vor.

Viele FH-Absolventen in Führungspositionen
Die Löhne von FH-Absolventinnen und -Absolventen können sich sehen lassen. Gemäss der FH-Lohnstudie 2019 liegt der mittlere Lohn bei 101000 Franken pro Jahr. Die Löhne bleiben somit, verglichen mit den Löhnen der letzten Jahre, stabil – Tendenz leicht steigend. Nach wie vor steigt der Lohn mit dem Alter. Die Ökonomen verdienen in fast allen Branchen mehr als Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen anderer Fachbereichen. Den höchsten Einstiegslohn erhalten Absolventen in der Pharma- und Chemie-Branche. Auffallend sind die Branchenunterschiede (z. B. Median von 77500 Franken/Jahr in Kunst, Kultur und Unterhaltung vs. 117000 Franken/Jahr im Finanz- und Versicherungswesen, vgl. Grafik). 60 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer sind in einer Kaderfunktion tätig. Sie verdienen jährlich zwischen 103800 und 141500 Franken.


Hohe Zufriedenheit und Arbeitsmarktfähigkeit
Des Weiteren zeigt die FH-Lohnstudie, dass 82 Prozent der Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen mit ihrer beruflichen Situation zufrieden sind. Rund 81 Prozent halten ihre Stelle für sicher. 81 Prozent denken, dass es ziemlich bis sehr wahrscheinlich ist, dass sie in den nächsten sechs Monaten eine neue Stelle finden könnten. 61 Prozent glauben, dass diese Stelle mindestens gleichwertig wäre. «Diese Resultate zeigen, dass die Arbeitsmarktfähigkeit als hoch eingeschätzt wird und sich Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen gut für den Arbeitsmarkt gerüstet fühlen», so Toni Schmid, Geschäftsführer vom Dachverband der FH-Absolventinnen und -Absolventen FH SCHWEIZ. Unabhängig in welcher ­Position Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen tätig sind, die Themen «ausgewogener Lebensstil» und «Umweltschutz» beschäftigen sie am meisten.


Erschienen im Magazin "Primus FH&PH", Ausgabe Februar 2020

Expertinneninterview zum FH-Studium

Dr. Magdalena Schindler

beantwortet Fragen zum Studium an einer Fachhochschule.


Frau Schindler, warum soll ich mich nach der Matura für ein Studium an einer Fachhochschule entscheiden?

Die Wahl eines Studiums ist eine wichtige Entscheidung. Ich empfehle den angehenden Studierenden, sich vorgängig gut über das vielfältige Angebot zu informieren und sich dann für ein Studium zu entscheiden, das den persönlichen Interessen und der Berufsvorstellung am besten entspricht. Wer Freude hat am Anpacken und am Anwenden sowie dem Lösen von Problemen aus dem Berufsalltag, der oder die ist an einer Fachhochschule richtig. 

Wo liegen die Unterschiede zwischen einem Uni-Studium und einem FH-Studium?
Wer an einer Fachhochschule -studiert und diese mit einem Bachelor abschliesst, ist «berufsbefähigt». Das bedeutet: -Unsere Studierenden können gleich nach der Schule in die Berufswelt einsteigen und das erlernte Wissen praktisch anwenden. Fachhochschulen vermitteln Methoden- und -Sozialkompetenz und legen den Fokus auf angewandte Problemlösung. Ein Masterabschluss kann zusätzlich erlangt werden. Universitäten sind stärker auf Grundlagenforschung ausgerichtet und werden in der Regel erst mit dem Masterstudium abgeschlossen.

Welche schulischen und berufspraktischen Anforderungen muss ein Maturand oder eine Maturandin erfüllen, um an einer FH studieren zu können?
Die angehenden Studierenden brauchen eine eidgenössisch anerkannte Maturität und mindestens ein Jahr berufspraktische Erfahrung im studiengangsrelevanten Bereich. Dabei unterstützen die Fachhochschulen Interessenten. Wir beispielsweise haben sehr gute Kontakte zu Partnern und Betrieben und helfen unseren Studierenden, einen geeigneten Praktikumsplatz auf einem Bauernhof, in einem Produktionsbetrieb oder in der Forstwirtschaft zu finden.

Welche persönlichen Voraussetzungen sollte man für ein FH-Studium mitbringen?
Das Wichtigste sind Interesse an der Branche und Freude an den Studieninhalten. An Informationsveranstaltungen bekommt man einen guten Einblick in den jeweiligen Studiengang und erfährt zum Beispiel, dass in der Lebensmittelbranche Qualität und das Einhalten von Vorschriften sehr wichtig sind und Agronomen viel über Pflanzen und Tiere lernen. Man muss die Bereitschaft mitbringen, Theorie und Praxis zu verbinden und den Willen und die Leistungs-fähigkeit haben, intensiv zu arbeiten.

Welche Abschlüsse bieten die Fachhochschulen in der Schweiz an?
An Fachhochschulen können Bachelor- und Masterabschlüsse erlangt werden. Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt ist der FH-Bachelorabschluss sehr bekannt und geschätzt. International wird eher ein Masterabschluss erwartet. Deshalb findet die Ausbildung auf Masterstufe häufig in Englisch statt, während beispielsweise im Bachelorstudium an der BFH-HAFL auf Deutsch und Französisch unterrichtet wird.

Wie sieht ein klassisches FH-Studium aus? 
Ein Bachelorstudium dauert drei Jahre Vollzeit, ein Masterstudium eineinhalb bis drei Jahre, je nachdem ob es teilzeitlich oder vollzeitlich absolviert wird. Das Bachelorstudium besteht etwa zur Hälfte aus Vorlesungen, Gruppenarbeiten, Übungen, Untersuchungen im Labor sowie Besuchen auf Betrieben, wo man viel über Praxissituationen erfährt. Die andere Hälfte ist Selbststudium. Im ersten Studienjahr werden Grund-lagen vermittelt; im zweiten und dritten Jahr geht es um fachliche Vertiefung. Man hat dann auch die Möglichkeit im Wahlbereich einzelne Fächer selber zu wählen, die einen besonders interessieren.

Welche Zeitmodelle gibt es im FH-Bereich? 
Ich kann hier wieder auf das Beispiel BFH-HAFL verweisen: In der Regel wird ein Bachelorstudium in Vollzeit absolviert. Ein Teilzeit- oder berufsbegleitendes Studium sind auch möglich, dies bedingt aber einen organisatorischen und zeitlichen Aufwand von beiden Seiten. Auf Masterstufe studieren rund die Hälfte der Studierenden Teilzeit.

Wie sehen Sie die Berufseinstiegschancen nach einem FH-Studium?
Durch die hohe Praxisnähe eines FH-Studiums sind die Berufsaussichten sehr gut. Viele Studierende sind schon kurz nach ihrem Abschluss beruflich tätig.

Bieten die Schweizer Fachhochschulen die Möglichkeit zu Austauschsemestern im Ausland?
Ja. Die FH sind den offiziellen Schweizer Austauschprogrammen angegliedert. Die Möglichkeiten sind vielfältig, und es gibt zahlreiche Partnerinstitutionen in ganz Europa.

Ein FH-Studium in einem anderssprachigen Landesteil – macht das Sinn? 
Wer mehrere Sprachen spricht, hat im Beruf deutlich bessere Chancen. Sprachkenntnisse werden von den Arbeitgebern stark nachgefragt und oftmals sogar vorausgesetzt. Ein Studium in einem anderssprachigen Landesteil ist also viel mehr, als nur eine schöne sprachliche oder kulturelle Erfahrung. Es bringt auch beruflich Vorteile. Gewisse Studiengänge gibt es zudem nur in einem Landesteil in der Schweiz. Einzelne FH bieten Studiengänge in mehreren Sprachen an. Die BFH-HAFL beispielsweise verfügt, wie bereits oben erwähnt, über zweisprachige Angebote im Bachelorbereich.

Wie ist die Durchlässigkeit zu anderen Hochschultypen – beispielsweise, wenn man mit einem FH-Bachelor einen Uni-Master machen möchte. Geht das?
Das Gesetz schreibt vor, dass das Hochschulsystem durchlässig sein muss. Über die detaillierten Aufnahmebedingungen entscheidet aber immer die aufnehmende Institution. 

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Dr. Magdalena Schindler hat an der ETH-Zürich Lebensmittelwissenschaften studiert. Nach einiger Industrieerfahrung hat sie an die Fachhochschule gewechselt, wo sie mehrere Jahre als Dozentin und Forscherin tätig war. Seit 2013 ist sie Direktorin der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften BFH-HAFL und stellvertretende Rektorin der Berner Fachhochschule BFH.

Erschienen im Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe September 2019

Dank dem FH-Master in der Praxis Fuss fassen

Dank dem FH-Master in der Praxis Fuss fassen

Wer das Bachelor-Diplom in den Händen hält, hat einen wichtigen Meilenstein geschafft. Das konsekutive Masterstudium an einer Fachhochschule (FH) vertieft und konkretisiert das Wissen – die ideale Vorbereitung für den Berufseinstieg.

Wer sich entscheidet, direkt nach dem Bachelor-abschluss sein Studium weiterzuführen, hat die Möglichkeit, ein konsekutives Masterstudium anzutreten. Seit elf Jahren bieten nebst den Universitäten auch die Fachhochschulen Master-studiengänge an. Ein konsekutives Masterstudium an Fachhochschulen dauert eineinhalb bis zwei Jahren. Es baut auf einem spezifischen Bachelorabschluss auf. Das heisst, das Bachelorstudium wird im Masterstudium vertieft oder fachlich weitergeführt. Kennzeichnend für die Master an Fachhochschulen ist der hohe Praxisbezug und die Anwendungsorientierung. Die FHs vergeben den Master of Arts zum Beispiel in Angewandter Linguistik, Angewandter Psychologie, Architektur, Sozialer Arbeit und den Master of Science beispielsweise in Chemie und Life Sciences, Wirtschaft und Dienstleistungen. Das Angebot an Masterstudiengängen hat sich in den letzten zehn Jahres um ein Vielfaches vergrössert. 2017 konnten gemäss dem Bundesamt für Statistik in allen Fachbereichen mit Ausnahme der Land- und Forstwirtschaft Masterabschlüsse gemacht werden. www.fhmaster.ch informiert detailliert über die FH-Masterstudiengänge. Zudem können verschiedene Masterstudiengänge neu ganz einfach neu auch auf dem Mobile verglichen werden.

Solide Grundlage für die Zukunft
Obwohl die FHs die konsekutiven Masterstudiengänge erst seit 2008 anbieten, sind Tendenzen bezüglich Berufsaussichten feststellbar. 95,8 Prozent der Absolventinnen und Absolventen fand 2018 nach dem Studium einen Job. Toni Schmid, Geschäftsführer von FH SCHWEIZ, dem nationalen Dachverband von Absolventinnen und Absolventen aller Fachbereiche von Fachhochschulen, sieht dafür mehrere Gründe: «An den Fachhochschulen setzen sich die Studierenden mit konkreten Fragestellungen aus der Praxis auseinander. Die Absolventinnen und Absolventen wissen deshalb, wie sie im Berufsleben an ihre Aufgaben herangehen müssen. Oftmals sind die Studiengänge zudem berufsbegleitend konzipiert. Dadurch können die Studierenden bereits in der Berufswelt Fuss fassen». 

Zufrieden mit Job und Salär
FH SCHWEIZ eruiert mit Hilfe der FH-Lohnstudie alle zwei Jahre Zahlen und Fakten zu den Masterstudiengängen. Von den über 10000 Teilnehmenden der FH-Lohnstudie 2019 haben 12 Prozent ein konsekutives Masterstudium absolviert. 12 weitere Prozent der Teilnehmenden haben geplant, ein konsekutives Masterstudium anzutreten. Im Jahr 2017 gehörten die Masterstudiengänge in Musik, Theater und andere Künste, Wirtschaft und Dienstleistungen sowie Technik und IT gemäss den Zahlen des Bundesamtes für Statistik zu den meistbesuchten an FHs. Bezüglich Gehalt zeigt sich, dass FH-Absolventinnen und Absolventen mit konsekutivem Masterdiplom direkt nach dem Abschluss einen Medianlohn von 90000 Franken haben. Je nach Branche und Fachbereich variieren die Löhne stark. So ist der Durchschnittslohn von Master-Absolventeninnen und -Absolventen des Fachbereichs Psychologie am höchsten, während diejenige in Musik, Theater und andere Künste am wenigsten verdienen (vergleiche Grafik). Obwohl die Gehälter sehr unterschiedlich ausfallen, zeigen die Resultate der Lohnstudie 2019, dass 81 Prozent der Teilnehmenden mit dem Job und 60 Prozent mit dem Salär zufrieden sind.

Praxiserfahrungen als Schlüsselelement
Die meisten FH-Master-Studiengänge können berufsbegleitend absolviert werden. Das erlaubt, das Gelernte gleich in der Arbeitswelt umzusetzen. Zudem erleichtert ein berufsbegleitendes Studium den Berufseinstieg. Rund 40000 Stellen, bei denen FH-Absolventinnen und -Absolventen gesucht werden, findest du übrigens unter www.fhjobs.ch. Dort kannst du auch ein Job-Mail einrichten und bleibst so stets auf dem Laufenden.

Der Master als Türöffner

 

Deborah Speck hat nach dem Bachelor «Klinische Heilpädagogik und Sozialpädagogik» an der Universität Fribourg den FH-Master «Soziale Arbeit» (ein gemeinsames Angebot der BFH, der HSLU, der FHS St. Gallen und der ZHAW) absolviert. Ohne diesen Master hätte sie die Stelle als Schulsozialarbeiterin kaum erhalten.

Frau Speck, weshalb haben Sie sich für den Master «Soziale Arbeit» entschieden?
Ich habe bereits während meinem Bachelor an der Uni gemerkt, dass ich mich nicht auf die Pädagogik fokussieren, sondern gerne auch strategisch arbeiten möchte. Soziale Arbeit hat mich als Erweiterung interessiert. Der damals ziemlich neue Master «Soziale Arbeit» an der Fachhochschule schien mir die ideale Möglichkeit, mein Arbeitsfeld zu öffnen.

Ist Ihnen die Erweiterung des Berufsfeldes durch den Master gelungen?
Ja, ich bin heute als Schulsozialarbeiterin in Brugg tätig. Diese Stelle erhielt ich unter anderem, weil ich Wissen aus der Pädagogik sowie der Sozialen Arbeit mitbringe. Bereits von vorherigen Arbeitgebern erhielt ich die Rückmeldung, dass der Master für die Anstellung ausschlaggebend war.

Inwiefern ist das Master-Studium für Ihren heutigen Arbeitsalltag hilfreich?
Das vernetzte Denken, das ich insbesondere während meinem Master verstärkte, ist sehr gefragt. Zudem hilft mir mein fundiertes Wissen über die Institutionslandschaft der Schweiz. So ist es zum Beispiel bei einer Gefährdungsmeldung wichtig, dass ich verstehe, wie die verschiedenen Ämter funktionieren.


Erschienen im Magazin "Masterplan", Ausgabe Oktober 2019

Statements zum FH-Studium


Rafael Rommel

studiert Soziale Arbeit an der ­Berner Fachhochschule BFH. Er ist im 4. Semester.  

 
Rafael, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?
Ich gelangte über mehrere Umwege zum Studium. Nach der Schule absolvierte ich eine handwerkliche Ausbildung zum Automatiker EFZ und holte im darauffolgenden Jahr die technische Berufsmatura nach. Bereits während der Lehrzeit begann ich an meinem Berufswunsch zu zweifeln, da ich meine Stärken und Talente unter anderem in den zwischenmenschlichen Bereichen sah. Der Zivildienst bot mir die Möglichkeit, in die unterschiedlichsten Arbeitsfelder und Lebenswelten des sozialen Bereiches Einblick zu erhalten. Die Erfahrungen und Begegnungen, die ich dort machen durfte, sind ein massgebender Grund dafür, dass ich mich für diesen Weg entschieden habe.

Wie sieht dein Studium aus?
Das Studium ist modular aufgebaut und richtet sich somit an Voll- und Teilzeit-Studierende. Als Vollzeit-Student dauert es für mich sechs Semester. Davon werde ich etwa zwei Drittel als theoretischen Unterricht in Form von Vorlesungen, Seminaren, Studienarbeiten, Ausland­semestern etc. besuchen und einen Drittel in Form von Praktika erleben. Leistungsnachweise werden entweder als Kompetenznachweise – KNW – im Laufe des Semesters oder als Prüfung gegen Ende des Semesters abgelegt.

Was gefällt dir besonders?
Eine der Hauptstärken des Studienganges ist die intensive Selbstreflexion und die damit einhergehende Auseinandersetzung mit sich selbst. Die (Er-)Kenntnisse der eigenen Stärken und Schwächen, sowie der eigenen Werte, Haltungen und Einstellungen sind auch für die spätere Arbeit von zentraler Bedeutung. An der Sozialen Arbeit als Profession und Studiengang schätze ich besonders die Vielfältigkeit. Diese reicht von der Individualität unserer Klientel, über die Bandbreite von beruflichen Einsatzfeldern, bis hin zur bunten Durchmischung der Studierenden.

Was möchtest du nach dem Studium machen?
Ich möchte das Gelernte umsetzen, neue Erfahrungen sammeln und die Möglichkeit wahrnehmen, weiter an mir zu arbeiten. In welchen Bereich der Sozialen Arbeit es mich bis dahin genau gezogen hat, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Momentan präferiere ich die Berufsfelder Arbeitsintegration und Sozialhilfe. Durch zwei Praktika habe ich hier noch die Gelegenheit einen vertieften Einblick zu erhalten. Ich interessiere mich ebenfalls sehr für ein weiter­führendes Masterstudium. Für jemanden, der als Jugendlicher davon überzeugt war, nie studieren zu wollen, ein gewaltiger Schritt.

Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Alessia Silvestro

studiert im 5. Semester an der OST Ostschweizer Fachhochschule in Rapperswil (bisher HSR) Erneuerbare Energien und Umwelttechnik.

 
Alessia, warum hast du dich für diesen Weg entschieden? 
Grundsätzlich wollte ich studieren, da ich Projekte im Bereich der Umwelttechnik realisieren möchte. Durch meine Lehre als Zeichnerin in einem Umweltingenieurbüro konnte ich solche Projekte zwar zeichnen, aber diese weder abwickeln noch mitplanen. Ich wollte an einer FH studieren, weil für mich an einer Universität ein zu grosser Schwerpunkt auf die Theorie gelegt wird und dabei die Praxis zu kurz kommt.
Durch meine Interessen im Bereich der Umwelttechnik bin ich auf verschiedene FH gestossen, welche ein Studium in diesem Themenbereich anbieten. Dabei war mir wichtig, dass beispielsweise Botanik kein Thema im Studieninhalt sein sollte – ich wollte etwas Technisches studieren, wo ich dann auch konkret Projekte beispielsweise im Bereich der Abwasserbehandlung mitgestalten kann. Dabei stach die OST am meisten hervor – der Studieninhalt stimmte am besten mit meinen Interessen überein. 

Wie sieht dein Studium aus? 
Die Dauer meines Studienganges reicht von sechs Semestern im Vollzeit- bis hin zu zehn Semestern im Teilzeit-Studium. Es gibt Vorlesungslektionen, Übungslektionen und Praktika. In der Vorlesung trägt der Dozent den Modul­stoff vor. Bei der Übung haben wir Zeit mit Hilfe des Dozenten Aufgaben zu dem in der Vorlesung behandelten Stoff zu lösen. Die Praktika runden das Modul anschliessend ab. Hier gehen wir ins Labor und führen verschiedene Versuche durch. Grob kann gesagt werden, dass wir etwa 60 Prozent Vorlesungen und 40 Prozent Übungen und Praktika haben. Am Ende der Semester finden jeweils Prüfungen statt. Wenn ich mein Studium erfolgreich abgeschlossen habe, werde ich über einen Bachelor of Science in Energie- und Umwelttechnik verfügen. Man ist dann Energie- bzw. Umweltingenieur, womit man in verschiedensten Bereichen arbeiten kann – von der Auslegung einer Solaranlage bis hin zur Projektierung einer Abwassereinigungsanlage.

Was gefällt dir besonders? 
Neben den hilfsbereiten Dozierenden auch das Verhältnis, welches wir Studierenden untereinander pflegen. Wenn man irgendwo Hilfe benötigt, wird man diese immer bekommen. Dazu gibt es genug ausserschulische Aktivitäten, bei welchen man sich besser kennenlernen kann.

Was möchtest du nach dem Studium machen?
Ich würde gerne in einem Umweltingenieurbüro arbeiten und Projekte im Bereich Trinkwasser- oder Abwasseraufbereitung realisieren – von der Varianten­analyse bis zur Ausführung.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Cristian Cardoso

studiert an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) Soziale Arbeit. Er ist im 8. Semester.

 
Cristian, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?
Einerseits, weil mich Menschen und ihre Biografien sehr interessieren. Andererseits, weil es mir ein grosses Anliegen ist, Personen in schwierigen sozialen Lebenslagen eine Unterstützung zu geben, damit sie in Zukunft ein selbstbestimmtes Leben führen können und auf keine fachliche Unterstützung mehr angewiesen sind. Ich sehe in diesem Weg meinen gesellschaftlichen Beitrag zu mehr Solidarität.

Wie sieht dein Studium aus?
Ich studiere studienbegleitend, dies bedeutet, dass ich während meines gesamten Studiums rund drei Tage pro Woche in einer von der Fachhochschule anerkannten, sozialen Praxisorganisation arbeite und so parallel zum Studium die erforderliche praktische Berufserfahrung in der Sozialen Arbeit erwerbe. Zwei Tage in der Woche bin ich an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW und besuche Vorlesungen zu verschiedenen Themen. Solche Themen sind beispielsweise «Sozialrecht und Sozialpolitik», «Kommunikation» oder «Kooperation». Auch ist es möglich, sich in Vertiefungsrichtungen zu gewissen Themen zu spezialisieren – zum Beispiel Armut, Alter, Behinderung oder Migration. In diesem Studiengang gibt es keine Klassen, sondern Module, in denen sich Studierende aus unterschiedlichen Semestern einschreiben. Prüfungen sind unterschiedlich: Präsentationen, Gruppenarbeiten, Einzelprüfungen – sie sind aber meistens schriftlich.
Im Voll- oder Teilzeitmodell sind Studierende in der Regel vier Tage an der Fachhochschule und müssen insgesamt zwei Semester Praktika absolvieren. Wenn man das Studium abgeschlossen hat, erhält man den Bachelor of Arts FHNW in Sozialer Arbeit.

Was gefällt dir besonders?
Mir gefällt, dass es kein «klassisches Studium» ist. Natürlich hat man Module und anschliessend Prüfungen, die bei erfolgreichem Abschluss ECTS-Punkte geben. In diesem Studium lernt man aber sich und sein soziales Umfeld viel besser kennen und entwickelt sich persönlich stark weiter. Das hat damit zu tun, dass es im Vergleich zu anderen Studiengängen viele Gefässe gibt, die anderswo weniger stark ausgeprägt sind, zum Beispiel Gruppenarbeiten, Reflexions­seminare, Supervisionen, Praxismodule.

Was möchtest du nach dem Studium machen?
Ich habe das Ziel, in einem sozialberaterischen Kontext beispielsweise in der freiwilligen Sozialberatung, in einem gesetzlichen Sozialdienst, in einer niederschwelligen Anlaufstelle oder dass ich ein eigenes soziales Projekt auf die Beine stelle. Auch habe ich das Ziel, an der Fachhochschule angehenden Sozial­arbeiterinnen und Sozialarbeitern meine Praxiserfahrungen zur Verfügung zu stellen, indem ich in Modulen mitreferiere.
 
Quelle: Magazin "Primus – Überleben mit der Matura", Ausgabe 2020


Selami Tahiri

absolviert einen Bachelor in Business Administration mit Vertiefung «Entrepreneurship» an der Kalaidos Fachhochschule. Er ist im achten und somit letzten Semester.

 
Salami, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?
Ich habe mich für dieses Studium entschieden, damit ich mich für die Arbeitswelt von Morgen vorbereiten kann. Die Bildungskosten und die dafür aufgewendete Zeit zahlen sich längerfristig immer aus.

Wie sieht dein Studium aus?
Ich studiere berufsbegleitend. Das ­Bachelorstudium dauert so acht Semester. Mein Studium findet daher mehrheitlich an zwei Abenden und am Wochenende statt. Dies ermöglicht einem zu arbeiten und gleichzeitig zu studieren. Die Prüfungen sind grundsätzlich am Montagabend. Der Abschluss ist BSc Bachelor in Business Administration mit Vertiefung «Entrepreneurship». Die Dozenten arbeiten auch in der freien Marktwirtschaft und können uns die Theorie mit praxisbezogenen Beispielen vermitteln.

Was gefällt dir besonders?
Mir gefällt vor allem der Bezug zur Praxis, die zeitliche Flexibilität und die Infrastruktur der Schule, sowohl digital als auch vor Ort.
 
Arbeitest du neben dem Studium?
Ja, ich arbeite mit einem Pensum von 80 Prozent neben dem Studium. 

Was möchtest du nach dem Studium machen?
Ich werde sehr wahrscheinlich direkt einen Master anhängen. Allenfalls lege ich aber auch eine Pause ein. 
 
Quelle: Magazin "Primus – FH&PH", Ausgabe 2021


Daniela Heldstab

absolviert den Studiengang Bachelor of Science in Tourismus an der Fachhochschule Graubünden in Chur. Aktuell ist sie im vierten Semester.

 
Daniela, warum hast du dich für diesen Weg entschieden?
Nach meiner erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zur Kauffrau Hotel-Gastro-­Tourismus wurde mir schnell bewusst, dass ich meine beruflichen Kompetenzen weiter ausbauen möchte. Da ich mich schon als Kind für die Reisebranche und fremde Kulturen interessiert habe, war der Entscheid zum Tourismusstudium schnell getroffen – und heute bin ich sehr glücklich über diesen Schritt.

Wie sieht dein Studium aus?
Das Bachelorstudium Tourismus wird Vollzeit angeboten und dauert insgesamt drei Jahre. Im ersten Jahr beschäftigt man sich mit den Grundlagen der Betriebswirtschaft, darauf aufbauend kommen anschliessend tourismus­spezifische Fächer dazu wie eTourism, Marketing und Nachhaltigkeit. Im dritten und letzten Studienjahr kann man seine gewünschte Vertiefung wählen. Prüfungen finden nach jedem Semester statt. Die Klassen sind im Vergleich zu anderen Fachhochschulen oder Universitäten sehr klein und familiär. Das Studium ist sehr praxisnah. So treffen wir beispielsweise im Modul «Distinguished Speakers Series» auf Tourismuspersönlichkeiten und im Rahmen einer Studienreise ins Ausland können wir unsere Projektmanagement-Kenntnisse anwenden.

Was gefällt dir besonders?
An der Fachhochschule Graubünden kann ich mir in einer persönlichen Atmosphäre ein breit gefächertes Wissen aneignen. Die Tourismuswelt bietet unzählige interessante Möglichkeiten. Unsere Dozentinnen und Dozenten sind sehr engagiert, um uns so viel wie möglich mit auf den Weg zu geben. Sie zeigen uns jeden Tag aufs Neue, wie spannend unsere Branche ist. Ausserdem hat man die Möglichkeit, ein Auslandssemester zu besuchen oder im zweiten Studienjahr einen Double Degree in Australien zu absolvieren.
 
Arbeitest du neben dem Studium?
Ich arbeite neben dem Studium rund 20 Prozent in einem 4-Sterne-Superior-Hotel in Davos. So kann ich mir einerseits ein bisschen Geld dazu verdienen und andererseits weiterhin Berufserfahrung in der Tourismusbranche sammeln.

Was möchtest du nach dem Studium machen?
Bisher habe ich mich noch nicht festgelegt, welchen konkreten Beruf ich später ausüben möchte. Meine Interessen tendieren aber eindeutig zum Marketing und Product Development. Es ist aber durchaus möglich, dass ich mich noch für ein weiterführendes Masterstudium entscheiden werde.
 
Quelle: Magazin "Primus – FH&PH", Ausgabe 2021
Nützliche Links zum Thema

swissuniversities.ch
Seite der Schweizer Hochschulen (Uni, PH, FH) mit Informationen rund ums Studium in der Schweiz

fhschweiz.ch
Dachverband Absolventinnen und Absolventen Fachhochschulen. Unter anderem werden immer wieder interessante Statistiken rund ums FH-Studium aufgeschaltet.

berufsberatung.ch
Informationsportal der Schweizer Studienberatungen – viele Infos zu allen möglichen Bildungswegen, kompakt zusammengestellt

fachhochschulen.net
Ausführliche Beschreibung sämtlicher Studiengänge an Schweizer Fachhochschulen

ausbildung-weiterbildung.ch
Bildungsportal mit der Möglichkeit nach einzelnen Studiengängen schweizweit zu suchen

eduwo.ch
Auch diese Seite bietet die Möglichkeit nach einzelnen Studiengängen zu suchen.

studium-schweiz.ch
Diese Seite bietet die Möglichkeit aus rund 1'700 Studiengängen zu wählen.